Was sagen Stiftung Warentest & ÖKO-Test zu unserem Wasser?

Final Check offen

Wie gut ist das deutsche Trinkwasser? Diese Frage stellen sich immer mehr Verbraucher und greifen dabei oftmals auf Meinungen von renommierten Testinstituten wie Stiftung Warentest und Ökotest zurück. Doch wie aussagekräftig sind diese Tests? Wie schützt Sie die Trinkwasserverordnung? Und sollten Sie der Qualität des deutschen Trinkwassers eventuell kritischer gegenüberstehen?

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Die Trinkwasserqualität sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Während Stiftung Warentest in der letzten Untersuchung des Trinkwassers zwar auf Verunreinigungen aufmerksam macht, jedoch generell Entwarnung gibt, sieht Ökotest besonders die Konzentrationen von Arzneimittelrückständen und Pestiziden kritischer. Wir haben uns die Ergebnisse einmal genauer angeschaut:

Ergebnisse von Stiftung Warentest aus 2016

Im August 2016 hat Stiftung Warentest das deutsche Trinkwasser getestet und die besondere Qualität des Leitungswassers belegt. In Bezug auf Pflanzenschutzmittel und ihre Abbauprodukte konnte Stiftung Warentest Verunreinigungen feststellen. So wurde beispielsweise das stark diskutierte Glyphosat untersucht und konnte weder in Trinkwasserproben noch in Mineralwassern nachgewiesen werden.

Anders sah es bei anderen Pestiziden aus, die in rund jeder zweiten Trinkwasserprobe zu finden waren. Laut Stiftung Warentest waren die Konzentrationen jedoch so gering, dass sie kein gesundheitliches Risiko darstellen. Dies ist ebenfalls der Fall für den Nitrat-Gehalt der Trinkwasserproben, der sich im schlechtesten Fall bei 30 Milligramm pro Liter befand, weit unterhalb dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter [2].

In den letzten Jahren ist der Fokus immer mehr in Richtung Arzneimittelrückstände im Trinkwasser gerückt. Laut Stiftung Warentest konnten zwar in einigen Trinkwasserproben Spuren der Wirkstoffe gefunden werden, die Konzentrationen seien jedoch so gering, dass sie den Menschen nicht gefährden. In Mineralwassern wurden keine Arzneimittelrückstände gefunden [2].

Zu welchen Ergebnissen kam ÖKO-Test im Jahr 2014?

Ökotest steht besonders den Arzneimittelrückständen kritischer gegenüber und hat die Konzentration von Gadolinium, einem MRT Kontrastmittel, im deutschen Trinkwasser untersucht. In der Ausgabe vom September 2014 hat das Unternehmen seine Ergebnisse veröffentlich. Im Test waren 69 deutsche Städte [4].

Um Blutgefäße sichtbar zu machen, müssen beispielsweise in der Radiologie jodhaltige Röntgenkontrastmittel gespritzt werden. Diese werden vom Körper nicht vollständig abgebaut und gelangen durch Ausscheidungen wieder in den Wasserkreislauf. In den Kläranlagen können sie nicht vollständig herausgefiltert werden, weshalb sie irgendwann in verdünnter Form wieder aus dem Wasserhahn kommen [4]. Die Verunreinigungen gelten nicht nur für Leitungswasser, sondern auch für Mineralwasser. So konnten beispielsweise in 28 von 102 getesteten Mineralwassern Pestizide nachgewiesen werden, in 15 davon waren die Werte höher als der Orientierungswert [3].

Geprüfte und nicht geprüfte Schadstoffe im Trinkwasser

Wie man an den Testergebnissen von Stiftung Warentest und Ökotest erkennen kann, dürfen Sie sich als Endverbraucher berechtigterweise Sorgen über mögliche Schadstoffe und Verunreinigungen Ihres Trinkwassers machen. Ohnehin ist es eine Frage der Verhältnismäßigkeit, denn vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass mindestens 97% unseres Leitungswassers Brauchwasser ist.

Wasser das nur für den Abwasch, die Wäsche oder der Toilettenspülung dient, benötigt logischerweise viel geringere Anforderungen als Wasser, dass wir als Nahrungsmittel durch Getränke und Speisen zu uns nehmen. Daher fehlt es schlicht am Anreiz ein Produkt frei von Verunreinigungen zu Ihnen nach Hause zu liefern.

Im Ergebnis lässt sich Trinkwasserverordnung immer kritischer begutachten. Zum einen gibt es nicht für alle Stoffe Grenzwerte, wie beispielsweise für Arznei- oder diverse Pflanzenschutzmittel. Zum anderen wird zwar die Konzentration geregelt, doch nur, weil die Grenzwerte unterschritten werden, ist das Trinkwasser noch lange nicht frei von Schadstoffen. Zu guter Letzt ist zu bedenken, dass der Wasserversorger für die Qualität des Wassers nur so lange verantwortlich ist, bis es in das hauseigene Wassernetz eintritt. Aber auch hier können Verunreinigungen und Schadstoffe in das Trinkwasser gelangen. Alte Rohrleitungen, kaputte Dichtungen oder tote Stränge gelten als Gefahrenpole und können zu gesundheitlichen Schäden führen [1].

Aus den oben genannten Gründen sollten Sie über den Sinn eines Wasserfilters nachdenken. Auch wenn das Trinkwasser in Deutschland das am besten kontrollierte Lebensmittel ist, ist es nicht unbedingt das beste Trinkwasser, dass Sie bekommen können. Daher empfiehlt es sich die Optimierung des Wassers selbst in die Hand zu nehmen.

Fazit – Selbst ist der Wassertrinker

Abschließend lässt sich sagen, dass Stiftung Warentest zwar die Verbraucher beschwichtigt, die allgemeine Verunsicherung jedoch viele Gründe findet. Immer mehr Schadstoffe werden im Trinkwasser gefunden, die zum Teil keine Grenzwerte haben. Unsere Politiker machen es sich wie so oft bequem und verweisen auf fehlende Langzeitauswirkungen. Grundsätzlich fehlt es Ihnen darüber hinaus an Anreizen entsprechende Gegenmaßnahmen zu erwirken. Wem seine Gesundheit am Herzen liegt, der wird selbst aktiv und fängt an sich mit dem Thema Wasser und einem eigenen Trinkwasserfilter intensiver zu beschäftigen.

  1. Carbonit (2007): „Antworten zu Carbonit Trinkwasserfiltern“. URL: https://alvito.com/assets/1/69/Alvito_Carbonit_FAQ.pdf (23.02.2017).
  2. Stiftung Warentest. Der große Wassercheck. Magazin, 08/2016.
  3. Ökotest (2012): „Mineralwasser, still“. URL: http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=98720&bernr=04 (23.02.2017).
  4. Ökotest (2014): „Trinkwasser“. URL: http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=104627&bernr=04&seite=01 (23.02.2017).

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"Wasserhelden.Net" - Redaktion

Wir von Wasserhelden.Net sind ein Team von Gesundheits- und Wasser-Enthusiasten. Bereits seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit dem wichtigsten Element dieser Erde und seiner schier endlosen Faszination. Mit dieser Webseite möchten wir durch Ratgeberartikel, Anleitungen und Tipps allen dabei helfen, mehr über das Thema Wasser zu lernen und besseres Trinkwasser zu genießen.


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