Ihr Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leer.
Das könnte Ihnen auch gefallen

Trinkwassergrenzwerte – Welche gibt es und was sagen sie aus?

Final Check offen

Trinkwassergrenzwerte – Welche gibt es und was sagen sie aus?

Wasser ist für uns lebensnotwendig, doch im Wasser können sich auch Inhaltsstoffe befinden, die sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. In geringen Konzentrationen sind diese Stoffe jedoch meist ungefährlich. Aus dem Grund sind bestimmte Grenzwerte notwendig, um einwandfreies Trinkwasser zu gewährleisten. Doch was sind das für Grenzwerte und reichen die Grenzwerte aus, um uns vor gesundheitlichen Risiken zu schützen?

Grenzwerte für Trinkwasser

In Deutschland gibt es eine Reihe an Trinkwassergrenzwerten, um dafür zu sorgen, dass das Leitungswasser gesundheitlich unbedenklich ist. Die Grenzwerte sind in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) aufgelistet, die regelmäßig aktualisiert wird. Ziel ist es, ein reines und genusstaugliches Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Die letzte Erneuerung hat im Jahre 2011 stattgefunden, Die Trinkwasserverordnung ist in unterschiedliche Rubriken gegliedert, wie die chemischen Anforderungen, die mikrobiologischen Anforderungen und die radiologischen Anforderungen [3].

Anforderungen chemischer Inhaltsstoffe

Durch den Menschen selbst und diverse Umwelteinflüsse gibt es chemische Substanzen im Wasserkreislauf deren Konzentration so gering wie möglich gehalten werden muss. Gelangen diese Stoffe in das Leitungswasser können sie auf den Menschen stark negative Auswirkungen haben. z.B.:

  • Aluminium hat beispielsweise aus diesem Grund einen Grenzwert von 0,2 mg/l, denn eine Überschreitung kann zu Blutanämie, Arthritis oder Beschwerden des Nervensystems führen.
  • Blei (Grenzwert: 0,01 mg/l) kann bei einer erhöhten Konzentration beispielsweise Bauchkrämpfe, Bluthochdruck, Immunschwäche oder Schlaflosigkeit auslösen.
  • Kupfer (Grenzwert: 2,0 mg/l), kann in höheren Konzentrationen den Körper vergiften.
  • Natrium (Grenzwert: 200 mg/l) ist als Spurenelement lebensnotwendig, kann aber bei einer erhöhten Konzentration zu Bluthochdruck führen.
  • Nickel (Grenzwert: 0,02 mg/l) führt bei Überschreitung des Grenzwertes gegebenenfalls zu Darmbeschwerden oder sogar zu Hirnschäden.
  • Nitrat (Grenzwert von 50 mg/l) bzw. Nitrit (Grenzwert von 0,5 mg/l) wirkt sich bei höheren Konzentrationen negativ auf die Darmschleimhaut und Schilddrüse aus. Beide Stoffe kommen in der möglichen Reaktionskette von Nitrat-Nitrit zu Nitrosaminen vor, welche als krebserregend gelten. [3][4][5][9].

In der Anlage 2 Teil I der TrinkwV (zu § 6 Abs. 2) sind die chemischen Parameter genannt, deren Konzentration sich im Verteilungsnetz einschließlich der Hausinstallation in der Regel nicht mehr erhöht.

Lfd. Nr.Chemische Parameter Teil IGrenzwert [mg/l]
1Acrylamid0,0001
2Benzol0,001
3Bor1
4Bromat0,01
5Chrom0,05
6Cyanid0,05
71,2-Dichlorethan0,003
8Fluorid1,5
9Nitrat50
10Pflanzenschutzmittel u. Biozidprodukte0,0001
11Pflanzenschutzmittel u. Biozidprodukte ges.0,0005
12Quecksilber0,001
13Selen0,01
14Tetrachlorethen u. Trichlorethen0,01

In der Anlage 2 Teil II der TrinkwV (zu § 6 Abs. 2) sind die chemischen Parameter genannt, deren Konzentration sich im Verteilungsnetz einschließlich der Hausinstallation in der Regel nicht mehr erhöht.

Lfd. Nr.Chemische Parameter Teil IIGrenzwert [mg/l]
1Antimon0,005
2Arsen0,01
3Benzo-(a)-pyren0,00001
4Blei0,01
5Cadmium0,005
6Epichlorhydrin0,0001
7Kupfer2
8Nickel0,02
9Nitrit0,5
10Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe0,0001
11Trihalogenmethane0,05
12Vinylchlorid0,0005

Grenzwerte für mikrobiologische und radiologische Anforderungen

Des Weiteren gibt es Grenzwerte für mikrobiologische Anforderungen. Dazu zählt, dass Keime eine bestimmte Konzentration nicht überschreiten dürfen, um eine Schädigung unserer Gesundheit auszuschließen. E.coli Bakterien und coliforme Keime haben zum Beispiel einen Grenzwert von 0, um Darm-Infekte zu vermeiden. Legionellen haben einen Grenzwert von 100 koloniebildenden Einheiten auf 100 ml, da sonst die gefährliche Legionärskrankheit ausgelöst werden kann [3]. Radiologische Anforderungen beziehen sich auf die Verstrahlung des Wassers. Deutschland hat beispielsweise als einziges Land in der EU einen Grenzwert für Uran eingeführt. Dieser liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter [7].

In der Anlage 1 Teil I der TrinkwV (zu § 5 Abs. 2 und 3) sind mikrobiologische Parameter genannt, deren Grenzwerte eingehalten werden müssen.

Lfd. Nr.Mikrobiologische Parameter
(Anlage 1 Teil I)
Grenzwert
1Escherichia coli (E. coli) in 100 ml0
2Enterokokken in 100 ml0
3Coliforme Bakterien in 100 ml0

In der Anlage 3 der TrinkwV (zu § 7) sind die Indikatorparameter genannt, deren Grenzwerte und Anforderungen eingehalten werden müssen.

Lfd. Nr.IndikatorparameterEinheitGrenzwert/ Anforderung
1Aluminiummg/l0,2
2Ammoniummg/l0,5
3Chloridmg/l250
5Eisenmg/l0,2
6FäŠrbung (spektr. Absorptionskoeff. (Hg 436 nm)m-10,5
7Geruchsschwellenwert2 bei 12°C
3 bei 25°C
8Geschmackohne anormale VeräŠnderung
11Elektrische LeitfäŠhigkeitµS/cm2500 bei 20°C
12Manganmg/l0,05
13Natriummg/l200
14Organisch gebundener Kohlenstoff (TOC)mg/lohne anormale VerŠänderung
15Oxidierbarkeitmg/l O²5
16Sulfatmg/l240
17TrŸübungNTU1
18Wasserstoff-Ionen-KonzentrationpH-Einheiten≥ 6,5 und ≤ 9,5
19TritiumBq/l100
20GesamtrichtdosismSv/Jahr0,1
Uran-268Uranµg/l 10

Grenzwerte für Mineralwasser

Die Trinkwassergrenzwerte gelten nicht für Mineralwasser. Für Mineralwasser gibt es einige gesonderte Grenzwerte, die teilweise höher sein dürfen, als es die Trinkwasserverordnung für Leitungswasser vorschreibt [3]. Im Mineralwasser gibt es lediglich Grenzwerte für 16 verschiedene Stoffe. Für andere Stoffe gibt es bei Mineralwasser keinen Grenzwert und dies obwohl die Konzentration dieser Stoffe für unser Leitungswasser streng geregelt ist. Hierzu zählen zum Beispiel Uran oder organische Chlorverbindungen [1].

Kritik an Grenzwerten

Die Trinkwasserverordnung gerät immer wieder in die Kritik. Zum einen sehen Wasserversorgungsgesellschaften eine überzogene Untersuchungspflicht. Zum anderen sehen Verbraucher ein Problem bei zu wenigen Kontrollen und fehlenden Grenzwerten. Aus dem Grund entscheiden sich viele Menschen für abgefüllte Mineralwasser aus dem Supermarkt. Vielen ist nicht bewusst, dass das Trinkwasser viel stärker kontrolliert wird, als das Mineralwasser und dass die Grenzwerte beim Mineralwasser zum Teil deutlich höher liegen als beim Trinkwasser [5][6].

Verdächtige Stoffe ohne Grenzwert

Neben Chemikalien, Keimen und Bakterien kommen auch immer mehr Arzneimittelrückstände in das Wasser und verschlechtern somit die Trinkwasserqualität. Bis 2011 hat das Umweltbundesamt bereits 23 Wirkstoffe im Trinkwasser entdeckt – von Antibiotika über Schmerzmittel bis hin zu Hormonen der Antibabypille. In Seen und Flüssen liegt die Zahl der Wirkstoffe bereits im dreistelligen Bereich und Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist. Arzneimittel werden im Körper nicht vollständig abgebaut, dann aber ausgeschieden und gelangen so in die Klärwerke, wo sie nicht ausreichend gefiltert werden. Da man sich über die Konsequenzen von Arzneimitteln im Trinkwasser nicht einig ist, gibt es bisweilen keinen Grenzwert für diese Stoffe [2]. Neben Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser gibt es auch für andere Stoffe keinen Grenzwert, obwohl diese eine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen können. Radon ist ein Beispiel hierfür [7].

Kontrolle und Einhaltung der Grenzwerte

Kontrolliert werden die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung durch das jeweils zuständige Gesundheitsamt. Dies legt die Häufigkeit der Überprüfung von einzelnen Werten fest [8]. Die Wasserwerke sind nur für die Qualität des zentral aufbereiteten Wassers verantwortlich und dies auch nur für regulierte Grenzwerte und Vorgaben. Bei Überschreiten bestimmten Werte wird das Gesundheitsamt informiert und Maßnahmen beschlossen. Trotzdem bleiben Grenzwerte nur Grenzwerte und viele Schadstoffe sind somit trotzdem im Wasser. Auch der Umstand fehlender Grenzwerte hinterlässt Ungewissheit. Zusätzlich finden viele Verunreinigungen des Trinkwassers ihren Ursprung ganze normal im häuslichen Wassersystem. Veraltete Rohre aus verzinktem Blei, tote Stränge und alte Dichtungen können die Trinkwasserqualität zusätzlich erheblich verschlechtern. Hier finden keine regelmäßigen Kontrollen mehr statt.

Fazit

Es heißt zwar immer das deutsche Trinkwasser gilt als das am besten kontrollierte Lebensmittel hierzulande, diese Aussage hat aber leider keine Aussagekraft darüber wie gut ihr Leitungswasser tatsächlich ist. Obwohl sogar die Grenzwerte und Kontrollen deutlich stärker als bei Mineralwasser sind, so haben Pflanzenschutzmittel, Chlor oder Medikamente im Trinkwasser nichts verloren. Hier sollten unsere Behörden aktiv werden und nicht wie so oft warten bis etwas passiert.

Sie können sich aber selbst helfen! Um nicht regulierte und auf dem Weg zu ihrem Hahn ins Wasser gelangende Schadstoffe zu entnehmen, empfiehlt es sich auf eine professionelle Wasserfilteranlage, zurückzugreifen. Auch der einfache Griff zu Flaschenwasser ist nicht besser oder schadstoffärmer [6]. Leitungswasser ist ökonomischer und ökologischer und insbesondere nach der Aufbereitung direkt am Abnahmepunkt im eigenen Haushalt klar empfehlenswerter.

  1. beladomo (2013): „Grenzwerte in der Mineralwasserverordnung“. URL: http://www.beladomo.de/wasserwissen/marketingtrick-mineralwasser/grenzwerte-in-der-mineralwasserverordnung (05.11.2016).
  2. Schwinghammer, Benno (2014): “Was gegen Medikamentenrückstände im Wasser helfen soll”. URL: https://www.welt.de/gesundheit/article131546646/Was-gegen-Medikamentenreste-im-Wasser-helfen-soll.html (06.11.2016).
  3. Bundesbehörden (2016): „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)“. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html (22.11.2016).
  4. Institut für Angewandte Umweltforschung e.V. (2016): „Schwermetalle im Trinkwasser “. URL: http://www.ifau.org/trinkwasser/smetalltwinfo-uebersicht.htm (09.12.2016).
  5. Fischer, Lars (2014): “Zusatzstoffe – Wie gefährlich ist Aluminium?”. URL: http://www.spektrum.de/wissen/wie-gefaehrlich-ist-aluminium-5-fakten/1300812 (09.12.2016).
  6. Stiftung Warentest (2016): “Leitungswasser und Mineralwasser: Der große Wassercheck”. URL: https://www.test.de/Leitungswasser-und-Mineralwasser-Der-grosse-Wassercheck-5049737-0/ (09.12.2016).
  7. Umweltinstitut München (2012): „Gefahr fürs Baby“. URL: http://www.umweltinstitut.org/themen/radioaktivitaet/radioaktivitaet-und-gesundheit/natuerliche-radioaktivitaet/radioaktivitaet-im-trinkwasser.html (06.11.2016).
  8. Wikipedia (2016): „Trinkwasserverordnung“. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Trinkwasserverordnung#Kritik (05.11.2016).
  9. Dr. med. Hendel, Barbara: Wasser vom Reisten. So optimieren Sie ihr Leitungswasser. 1. Auflage, Herrsching: INA Verlags GmbH

Erstellt von

Avatar Wasserhelden Redaktion

"Wasserhelden.Net" - Redaktion

Wir bei Wasserhelden.Net sind ein Team von Gesundheits- und Wasser-Enthusiasten. Bereits seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit dem wichtigsten Element dieser Erde und seiner schier endlosen Faszination. Mit dieser Webseite möchten wir durch Ratgeberartikel, Anleitungen und Tipps allen dabei helfen, mehr über das Thema Wasser zu lernen und besseres Trinkwasser zu genießen.


Verwandte Artikel