Ihr Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leer.
Das könnte Ihnen auch gefallen

Ist Leitungswasser gesund?

Ist Leitungswasser gesund? Ein paar interessante Aspekte

Viel Wasser trinken ist gesund. Doch welches Wasser sollte man trinken? Welches Wasser macht krank? Ist Leitungswasser ungesund? Diese und weitere Fragen stellen sich immer mehr Menschen, die das Vertrauen in Politik und Wasseraufbereitung verloren haben und sich Gedanken über die Wasserqualität machen. Während viele Menschen zu Mineralwasser aus dem Supermarkt greifen, sind andere von der Qualität des Leitungswassers überzeugt. Trinkbar sind beide, doch auch tatsächlich gesund?

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Was macht ein gesundes Wasser aus?

Bei der Frage, was gesundes Trinkwasser ausmacht, unterscheiden sich die Meinungen. Generell gilt, dass Trinkwasser gesund ist, solange es keine schädlichen Nebenwirkungen auf den Menschen hat. Das bedeutet, es muss frei von Verunreinigungen und Schadstoffen sein. Nicht alle Bestandteile des Wassers sind jedoch schädlich. Im Wasser sind auch wichtige Stoffe enthalten, die der Körper zum Leben braucht: Mineralstoffe. Für uns Menschen sind besonders Kalzium und Magnesium wichtig, da sie ein zentraler Bestandteil der Knochen und Zähne sind. Andere Wissenschaftler sehen neben der chemischen Zusammensetzung von Wasser jedoch auch die physikalischen Eigenschaften als Hinweis darauf, wie gesund das Wasser ist. So wird Wasser, das die natürliche Struktur aufweist, als gesünder bzw. als lebendiges Wasser bezeichnet.

Leitungswasserqualität aus Sicht des Umweltamtes

Auch bei der Frage nach der Qualität des Leitungswassers gehen die Meinungen von Umweltamt und Wissenschaft auseinander. Das Umweltamt preist Wasser als das am stärksten kontrollierte Lebensmittel an und behauptet es sei von exzellenter Güte. Folglich alles andere als krankmachend. Inhaltsstoffe und erlaubte Konzentrationen werden über Grenzwerte festgelegt, die in der Trinkwasserverordnung niedergeschrieben sind und nicht überschritten werden dürfen [9]. Mittlerweile gibt es Grenzwerte für circa 40 verschiedene Stoffe. Doch reicht das um eine derartige Aussage zu vertreten?

Gesunder Menschenverstand und die Sicht der Wissenschaft

Viele Wissenschaftler hingegen kritisieren die Wasserqualität. Ihrer Meinung nach sind viele chemische und mikrobiologische Verunreinigungen im Leitungswasser zu finden. Sie argumentieren damit, dass das Trinkwasser nicht einwandfrei sei, nur weil die Grenzwerte nicht überschritten werden. Lediglich die Konzentration der Verunreinigungen sei damit geregelt. Außerdem gibt es nicht für alle Inhaltsstoffe, die im Wasser nachgewiesen werden können, Grenzwerte.

Durch das ständige Bevölkerungswachstum, Inventionen in der Pharmazie und den wachsenden Einsatz von Düngemitteln gelangt immer mehr Chemie in die Oberflächengewässer. Die Wasserwerke sind hierfür nicht gerüstet und haben Schwierigkeiten, die große Anzahl an Schadstoffen aus dem Wasser zu filtern. Dadurch gelangen die Verunreinigungen auch in unser Trinkwasser [3]. Neben Pestiziden stehen derzeit besonders Arzneimittelrückstände im Vordergrund der Kritiker. Die Wirkstoffe werden im Körper nicht vollständig abgebaut, ausgeschieden und gelangen so in die Kanalisation und damit in die Klärwerke, wo sie nur notdürftig bis gar nicht entfernt werden [4].

Der Knackpunkt: Kann es sich somit überhaupt um bestmögliches und vollkommen unschädliches Wasser handeln, das sogar den Zusatz “gesund” tragen darf? Leider ist in den häufigsten Fällen nicht nachweisbar worauf Erkrankungen zurückzuführen sind. Auch wäre es an dieser Stelle interessant der Frage nachzugehen, ob es sinnvoll ist den Begriff Leitungswasser als Synonym für Trinkwasser zu verwenden? Aber das heben wir uns für einen späteren Artikel auf…

Die Rolle von Wasserleitungen – oftmals nicht gesund

Wenn Sie nach Ursachen für Verunreinigungen im Trinkwasser suchen, dann sollten Sie einen besonderen Blick auf das häusliche Wassersystem werfen. Denn viele Verunreinigungen finden hier ihren Ursprung. Für den Menschen giftige Schwermetalle gelangen oftmals durch eine veraltete Leitung oder kaputte Dichtungen in das Trinkwasser. Aufgrund der Ähnlichkeit der Elemente Zink und Blei sind verzinkte Rohre oft auch mit Blei verunreinigt, welches dann an das Wasser abgegeben wird. Zudem wurde Blei oft zum Löten benutzt, gelötete Kupferrohre können daher ebenfalls eine Bleibelastung aufweisen.

Insbesondere tote Leitungsstränge können eine Gefahr für die Wasserqualität sein, denn dort können sich Bakterien schnell vermehren [2].

Exkurs: Der Irrglaube Mineralwasser sei besser

In Deutschland bevorzugt ein Großteil der Bevölkerung gekauftes und in Flaschen abgefülltes Wasser. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen lieben wir Deutschen Sprudelwasser. Zum anderen haben viele Menschen das Vertrauen in die Qualität des Leitungswassers verloren. Auch der Geschmack wird für viele als Argument dafür benutzt, lieber mehr Geld auszugeben und Wasser im Supermarkt zu kaufen. Das Marketing für Mineralwasser ist hierbei nicht unschuldig.

Denn ökonomisch gesehen gewinnt das Leitungswasser um Längen. Auch wenn man den Umweltaspekt betrachtet, sollte Flaschenwasser vermieden werden. Der CO2-Fußabdruck von Leitungswasser ist nicht nur deutlich geringer, für Leitungswasser müssen zudem keine fossilen Rohstoffe verwendet werden, weder für die Verpackung noch für den Transport in den Supermarkt. Kurz gesagt, auch ökologisch gesehen hat Leitungswasser mehr zu bieten [7].

Leitungswasser vs. Mineralwasser aus gesundheitlicher Sicht

Doch wie sieht es mit den gesundheitlichen Bedenken aus? Viele Menschen greifen zu abgefülltem Wasser, um sich vor Verunreinigungen und Schadstoffen im Wasser zu schützen. Doch für Mineralwasser gibt es weniger Grenzwerte als für Leitungswasser und die Konzentrationen der Stoffe dürfen höher sein. Zudem sind die Kontrollen bei Mineralwasser seltener.

Laut einem Testurteil von Ökotest wiesen 75 der getesteten Mineralwasser zu hohe Bor- und Uran-Werte auf. Stiftung Warentest konnte Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Keimen nachweisen [3].

Viele Wassertrinker greifen zudem oft zu Plastikwasserflaschen. Hier konnten Forscher jedoch erhöhte Hormonkonzentrationen im Mineralwasser feststellen [1]. Ein weiteres Argument für Mineralwasserkäufer ist, dass sie glauben, Mineralwasser enthalte mehr Mineralstoffe und sei daher gesünder. Die EU hat jedoch ein Gesetz hierzu aufgehoben, weshalb Mineralwasser nicht mehr besonders mineralstoffreich sei muss [6]. Auch nachweisbar besitzen viele Mineralwasser nicht mehr Mineralstoffe als vielerorts gängiges Leitungswasser [8].

Fazit – offiziell trinkbar aber nicht unbedingt gesund

Betrachtet man Leitungswasser ganzheitlich – so weist es deutliche Vorzüge auf. Jedoch sollte man das Wasser aus der Leitung nicht ohne Bedenken trinken. Mindestens 97 Prozent des Leitungswassers wird als Brauchwasser für Duschen, Waschmaschinen oder Geschirrspülen genutzt, sodass hier häufig auch bei der Wasserqualität Abstriche gemacht werden und der Verdacht naheliegt, das es auch schädlich und ungesund kann.

Die Wasserversorger müssen das Wasser günstig anbieten und so wird an modernen, teuren Filteranlagen gespart, die eventuell die neuen bzw. immer mehr auftretenden Schadstoffe und Verunreinigungen (insbesondere Chemikalien) aus dem Wasser filtern könnten.

Aus dem Grund gilt: Leitungswasser sollte mittels hochwertigem Wasserfiltersystem (keine Tischkannenfilter) eigenständig zur gesünderen Option gemacht werden. So können auch Stoffe aus dem Wasser gefiltert werden, die keine Grenzwerte besitzen und bei offiziellen Kontrollen vernachlässigt werden. Selbst Schadstoffe, die zwar Grenzwerte haben, sind in geringen Konzentrationen im Wasser enthalten. Wobei z.B. Blei oder Kupfer überhaupt nicht in gesundem Leitungswasser enthalten sein sollten. Durch einen eigenen Wasserfilter kann deren Konzentration noch einmal erheblich reduziert werden.

  1. Berlin.de (2016): „Viele Mineralwasser sind mit Hormonen belastet“. URL: https://www.berlin.de/special/gesundheit-und-beauty/ernaehrung/31486-215-vielemineralwassersindmithormonenbelaste.html (01.02.2017)
  2. Frank, Daniela (2015): „Der Feind in meiner Wasserleitung“. URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/trinkwasser-wie-verhindert-man-keimbildung-in-den-leitungen-a-1068909.html (01.02.2017)
  3. Ökotest (2011): „Mineralwasser“. URL: http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=96231&bernr=04 ((01.02.2017)
  4. Jacobs University (2010): „Medikamente im Berliner Trinkwasser“. URL: https://www.jacobs-university.de/press-release-archive-2015 (01.02.2017)
  5. Stiftung Warentest (2016): ” Natürliches Mineral­wasser: 77 Mineralwässer im Test”. URL: https://www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-0/ (01.02.2017)
  6. Leitenberger, Bernd (2012): „Ist Mineralwasser gesünder als Leitungswasser “. URL: https://www.bernd-leitenberger.de/mineralwasser-leitungswasser.shtml (20.12.2016)
  7. N24 (2016): „Deutsche sind Weltmeister im Mineralwasser trinken“. URL: https://www.welt.de/wirtschaft/article9082943/Deutsche-sind-Weltmeister-im-Mineralwasser-trinken.html (01.02.2017)
  8. Stiftung Warentest (2016): “FAQ Wasser: Ist Leitungs­wasser besser als Mineral­wasser?”. https://www.test.de/FAQ-Wasser-ist-Leitungswasser-besser-als-Mineralwasser-4745742-0/#question-8 (01.02.2017)
  9. Bundesbehörden (2001): “Trinkwasserverordnung – TrinkwV”. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html (01.02.2017)

Erstellt von

Avatar Wasserhelden Redaktion

"Wasserhelden.Net" - Redaktion

Wir bei Wasserhelden.Net sind ein Team von Gesundheits- und Wasser-Enthusiasten. Bereits seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit dem wichtigsten Element dieser Erde und seiner schier endlosen Faszination. Mit dieser Webseite möchten wir durch Ratgeberartikel, Anleitungen und Tipps allen dabei helfen, mehr über das Thema Wasser zu lernen und besseres Trinkwasser zu genießen.


Verwandte Artikel