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Der pH-Wert unseres Trinkwassers – basisch oder sauer?

Final Check offen

Was sagt der pH-Wert über die Qualität des Trinkwassers aus und wie lässt sich dieser ermitteln? Ob das Trinkwasser den Grenz- und Richtwerten entspricht und damit als gesund gilt, wird im Nachfolgenden erklärt.

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Nahezu jeder trinkt regelmäßig Wasser aus der heimischen Leitung. 92% der Befragten einer Studie des Verbandes kommunaler Unternehmen (VkU) aus dem Jahre 2013 schätzen die Trinkwasserqualität als unbedenklich ein [1]. Für viele spielt in der heutigen Zeit auch der Umweltaspekt eine wichtige Rolle, denn das Abfüllen und die Herstellung von Flaschenwasser ist nicht nur energieaufwendig, sondern auch umweltbelastend. Aber ist der Konsum tatsächlich unbedenklich? Wie lässt sich schnell und verlässlich die Qualität des Wassers anhand des pH-Wertes überprüfen und welche Werte muss das Wasser aufweisen, damit es nicht gesundheitsschädlich ist?

Die Bedeutung des pH-Wertes

Der pH-Wert des Wassers bestimmt die Konzentration von freien Wasserstoffatomen und gibt damit an, ob eine Flüssigkeit sauren oder basischen Charakter aufweist. Auf einer Skala von 0 bis 14 können damit Säuren und Basen definiert werden. Unterschreitet eine Flüssigkeit den neutralen Mittelwert von 7, so handelt es sich um eine Säure, bei Werten über 7 um eine Base.

Die Haut besitzt einen natürlichen Schutzfilm und ist mit einem pH-Wert von 5,5 leicht sauer. Der Körper reguliert zudem durch komplexe Prozesse den pH-Wert des Blutes auf 7,35 bis 7,45 und hält diesen Wert konstant [2]. Für das Trinkwasser gilt jedoch ein erhöhter Toleranzbereich. Gemäß der Trinkwasserverordnung dürfen die Werte im Bereich zwischen 6,5 und 9,5 schwanken [3].

Das Ermitteln des pH-Wertes

Die Messung des pH-Wertes kann mit einem handelsüblichen pH-Meter erfolgen. Bei diesen Messgeräten kommt die Methode der Potenziometrie zum Einsatz. Hierbei wird eine, mit Pufferlösung gefüllte, Glasmembrankugel in die zu testende Flüssigkeit eingetaucht. Bei diesem Vorgang neigen sich die Wasserstoffionen, wodurch zwischen der Innen- und Außenseite der Glaskugel eine galvanische Spannung aufgebaut wird [4]. Diese Spannung richtet sich nach dem pH-Wert der Flüssigkeit. Ihre elektromagnetische Kraft kann mithilfe von zwei Bezugselektroden gemessen werden.

Eine ähnliche Methode stellt die Messung durch den Ionensensitiven Feldeffekttransistor (ISFET) dar. Auch hierbei bauen die Wasserstoffionen ein ersichtliches Potential an der sensitiven Gate-Membran auf. Das messbare Spannungssignal wird folglich zur Ermittlung des pH-Wertes genutzt.

Letztlich dienen auch Indikatorfarbstoffe zur Bestimmung des pH-Wertes. Bei diesem unkomplizierten Verfahren erfolgt die Auswertung anhand von Farbvergleichsskalen. Es können sowohl Farbumschläge eines einzelnen Farbstoffes, als auch Farbstoffgemische genutzt werden, die eine Reihe unterschiedlicher Farben auf einer Skala von pH-Werten anzeigen [4].

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Beurteilung von saurem und basischem Wasser

Bei der Verwendung einer der genannten Methoden zur Ermittlung des pH-Wertes erhält man bei Trinkwasser üblicherweise einen Wert zwischen 7,0 und 8,5. Es ist jedoch zu bemerken, dass der pH-Wert des Grundwassers aufgrund des sauren Regens bereits seit Jahren sinkt [5]. Bei einigen Quellen muss daher das Wasser vorab durch spezielle Verfahren entsäuert werden.

Das allgemeine Wohlergehen des Körpers hängt stark davon ab, welche Nahrungsmittel Sie konsumieren. Daher gibt es auch den Trend besonders basisches Wasser zu konsumieren. Insbesondere Hersteller von Wasserionisierern bewerben deren gesundheitliche Vorzüge. Da basisches Wasser in der Natur praktisch nicht existiert: Damit Wasser basisch sein kann, muss es frei von Mineralien sein und diesen Zustand hat es nur in dem Moment wo es Regenwolken verlässt. Daher muss basisches Wasser durch sehr teure Aufbereitungsgeräte hergestellt werden. Allerdings sind die viel umworbenen Vorteile und deren Wirkungsweise im menschlichen Körper nicht eindeutig belegt. Es gibt sogar Tendenzen das der regelmäßige und hohe Konsum von basischem Wasser zu einer übersteuerten Magensäureproduktion führen kann [6].

Auch erfolgt die Beurteilung, ob ein Lebensmittel basisch oder sauer ist, nicht anhand der Bezeichnung, sondern vielmehr in Anbetracht der Wirkung im Körper. So können Lebensmittel die körpereigene Basenbildung aktivieren, welche im Zeitpunkt ihrer Aufnahme keinen basischen pH-Wert haben [8]. Gleiches gilt auch hinsichtlich des Säurehaushaltes.

Die Aufnahme von Wasser mit einem optimalen pH-Wert ist fundamental für das Säure-Basen-Gleichgewicht und einen gesunden Organismus.

Vorsicht:  Im Moment scheint es trendig zu sein nur noch basisches Wasser zu trinken. Insbesondere Hersteller von Wasserionisierern bewerben deren gesundheitliche Vorzüge, doch sind diese nicht eindeutig belegt. Eher sogar gegenteilige Tendenzen, denn der regelmäßige Konsum von basischem Wasser soll zu einer übertriebenen Magensäureproduktion führen können [6].

Die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus

Durch eine falsche und ungesunde Ernährung kann das Säure-Basen-Verhältnis im Körper gestört werden, was sich negativ auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden auswirkt. Wird der optimale pH-Wert des Blutplasmas von 7,41 infolge leichter Abweichungen nach oben oder unten verändert, verursacht das einen krankhaften Zustand [5]. Starke Abweichungen können vom Körper nicht mehr reguliert werden, sodass dies zum Tode führen kann.

Oftmals führt die moderne Ernährung zu einer leichten Übersäuerung des Organismus. Übersäuerung ist jedoch nicht gleichzusetzten mit vorübergehendem Sodbrennen. Vielmehr ist dies das Ergebnis eines langen Prozesses, bei dem Lebensmittel konsumiert werden, die die Säurebildung im Körper anregen. Die Folgen können von Müdigkeit bis hin zu Arthritis oder sogar zu Schlaganfällen im fortgeschrittenen Alter reichen [7].

Das Leitungswasser als gute Alternative

Besondere Beachtung soll der pH-Wert des Trinkwassers in jedem Fall erhalten. Der Mensch neigt dazu, schlechte, säurebildende Lebensmittel zu verzehren. Dazu zählen unter anderem Alkohol, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke. Viele Flüssigkeiten belasten den Organismus zusätzlich und sind der Grund dafür, dass der Säurehaushalt unausgewogen ist. Da die Qualität des Leitungswassers aber sehr hoch und dieses als Trinkwasser geeignet ist, dient es durchaus als gesunde Ergänzung zur täglichen Ernährung. Das gilt aber natürlich nicht für jedes Gebiet und nicht für jede Wasserleitung. Nicht immer können Sie darauf vertrauen, dass das Trinkwasser den Transportweg vom Wasserwerk unbeschadet übersteht. Dennoch wird es sorgfältig kontrolliert und die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind strenger, als für jedes andere Lebensmittel. Auch schneidet das Leitungswasser im Vergleich zum abgefüllten Wasser in zahlreichen Untersuchungen keinesfalls schlechter ab. Vielerorts ist die Konzentration von Mineralstoffen im Leitungswasser mit dem Produkt aus dem Handel vergleichbar.

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Fazit

Die Qualität Ihres Wassers können Sie mit wenig Aufwand überprüfen. Zu achten ist hierbei auf einen optimalen pH-Wert. Die Qualität kann sich zwar nach Region unterscheiden, sie ist jedoch nicht schlechter, als die des abgefüllten Flaschenwassers. Möchten Sie auf das deutlich günstigere Leitungswasser zurückgreifen und eine gesunde Ernährung gewährleisten, so ist es jedoch sinnvoll, das Endprodukt aus dem Wasserhahn eigenständig zu filtern. Bei uns können Sie hierzu mehr erfahren.

  1. Pöhls, Uwe (2012/2013): “Studie: Qualität und Image von Trinkwasser in Deutschland”. URL: http://www.wvw-wnd.de/fileadmin/user_upload/02_Aktuelles/Studie_QualitA_t_und_Image_von_Trinkwasser.pdf [11.11.2016].
  2. Dr. med. Dunja Voos, “Blutgasanalyse (BGA): Atmung, Säuren und Basen”. URL: http://www.apotheken-umschau.de/Laborwerte/Blutgasanalyse-BGA-Atmung-Saeuren-und-Basen–207427.html [11.11.2016].
  3. Trinkwasserverordnung, Fassung vom 10.03.2016. URL: http://www.dvgw.de/wasser/recht-trinkwasserverordnung/trinkwasserverordnung/abschnitt-1/ [11.11.2016].
  4. Wikipedia, “pH-Wert”. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/PH-Wert#Messung_des_pH-Wertes [11.11.2016].
  5. Dieter Schmitt: Das Wasser-Praxisbuch. Der pH-Wert: Eine unterschätzte Thematik? 3. Erweiterte Neuauflage. Reichenberg: Edition Sonnenklar im Siva-Natara Verlag, 2015.
  6. Zentrum der Gesundheit (2016): “Kann basisches Wasser heilen?”. URL: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/basisches-wasser-ia.html [30.11.2016].
  7. Zentrum der Gesundheit (2016): “Übersäuerung”. URL: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/uebersaeuerung.html [30.11.2016].
  8. Bartos, Hans-Peter (2013): “Das basische Wasser”. URL: http://www.bestwater.de/faq/147-was-ist-basisches-wasser [14.11.2016].

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"Wasserhelden.Net" - Redaktion

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