Feine Partikel von Silber können Wasser desinfizieren und unerwünschte Mikroorganismen bekämpfen. Keime werden abgetötet, statt bloß abgefangen, wie bei sonstigen Filtermethoden. So entstand eine Möglichkeit, mit wenig Energieaufwand Wasser zu filtrieren [1]. Das Interesse für den Einsatz von Silberionen steigt in den verschiedensten Bereichen. Doch welche Konsequenzen hat Silber zur Aufbereitung von Wasser für Sie als Trinkwasserverbraucher?

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Was ist Silber und wofür wird es verwendet?

Silber ist ein Edelmetall, das heute in vielseitiger Form in alltäglichen Produkten Anwendung findet. Weltweit werden jährlich etwa 28.000 t Silber konsumiert. Die größten Einsatzbereiche sind dabei industrielle Anwendungen, wie die Elektro- oder Medizintechnik, die Verarbeitung von Schmuck und Silberwaren, die Fotoindustrie oder die Herstellung von Münzen.

Aber auch als Biozid-Produkt wird es aufgrund seiner antibiotischen Wirkung eingesetzt: beispielsweise in Beschichtungen von Operationsbesteck, Wundauflagen oder als Desinfektionsmittel. Allerdings begegnet es Ihnen nicht bloß im medizinischen Bereich, sondern ebenso im täglichen Leben. In Socken und Unterwäsche werden silberhaltige Fasern eingewebt, in Kühlschränken, Badezimmereinrichtungen, Lichtschaltern und Zahnbürsten sind Silberpartikel in Oberflächen und Beschichtungen eingearbeitet, damit nach und nach Nanopartikel des Edelmetalls abgegeben werden und ihre antibakterielle Wirkung entfalten können. Selbst als Nahrungsergänzungsmittel wird kolloidales Silber eingesetzt. Kolloidales Silber besteht aus feinsten Nanopartikeln des reinen Metalls in reinem Wasser. Diese Verwendungsform ist auch in der Wasserbehandlung zu finden [2].

Die antibakterielle Wirkungsweise von Silber

Silber besitzt in kleinsten Mengen eine wachstumshemmende und sogar abtötende Wirkung auf Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze. Diese Wirkung entfaltet es allerdings nur in Form von Silberionen, also geladenen Silberatomen. Die Ionen blockieren schwefel- und phosphathaltige Enzyme, indem sie sich an der Zellwand festsetzen und den Stoffwechsel stören. Außerdem werden die geladenen Teilchen von den Zellen aufgenommen, binden die DNA und verhindern die Reproduktion. Deshalb wird Silber vermehrt für die Desinfektion und Konservierung von Wasser eingesetzt und ist unter anderem auch in Trinkwasserentkeimungstabletten oder zur Aufbereitung von Badewasser in Schwimmbadpflegemitteln zu finden [2].

Viele der im Markt erhältlichen Tischkannenfilter verwenden zur Vorbeugung vor einer Verkeimung der Filterkartuschen eine Silberlegierung auf der geschütteten Aktivkohle. Dabei gelangt allerdings auch Silber in das Filterwasser!

Grenzwerte für Silber als Aufbereitungsstoff von Trinkwasser

Die Trinkwasserverordnung von 2001 regelt Höchstkonzentrationen von Schadstoffen im Leitungswasser, sodass der Verzehr keine nachteiligen Folgen auf die Gesundheit hat [3].
Die Regulation der Silberkonzentration im Trinkwasser ist seit Oktober 2015 in der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren nach §11 der Trinkwasserverordnung festgelegt [4]. Silber zur Konservierung des Wassers in den Versorgungsanlagen ist nur in Ausnahmefällen zulässig und darf nur in einer Konzentration von 0,1 mg je Liter hinzugegeben werden. Der Grenzwert für die Höchstkonzentration nach Abschluss der Aufbereitung darf nur bei 0,08 mg Silber pro Liter Trinkwasser liegen. Die genaue Dauer für die Anwendung von Silberprodukten ist in der Biozidverordnung des Chemikalienrechts geregelt [5].

Gesundheitliche Auswirkungen

Das Schwermetall Silber wirkt sich auf den menschlichen Körper erst in relativ hoher Konzentration toxisch aus. Die menschlichen Zellen tragen die Proteine, die von Silberionen angegriffen werden im Inneren. Bakterien dagegen außen an den Zellen, weshalb diese abgetötet werden. In gewisser Konzentration können die Silberpartikel also antibakteriell wirken, ohne dabei gesundheitsbedenklich zu sein [6]. Dennoch hängt die Toxizität von Silber stark von Größe und Form der Partikel ab. So ist die Toxizität höher, je dichter Elektronen in den Partikeln zu finden sind. Daher ist es schwierig zu sagen, welches genaue Gefahrenpotential Silberverbindungen auf die menschliche Gesundheit haben können [7]. Außer Größe und Form der Partikel haben auch verschiedene Wasserparameter Einfluss auf die Schädlichkeit. Bei einer hohen Wasserhärte, Chloriden, Sulfiden oder Sulfaten im Wasser ist diese geringer. Gute Sauerstoffverhältnisse oder saures Wasser mobilisiert das Silber dagegen [2].

Auswirkungen auf die Umwelt

Silber wird als Schwermetall und Biozid an die Umwelt abgegeben. Es ist in Oberflächengewässern, Schwebstoffen, Sedimenten und Kläranlagen in unterschiedlichen Konzentrationen zu finden [2]. Die Umweltbehörde der Vereinigten Staaten stufte Silbernanopartikel sogar als Pestizide ein [8].
Zum derzeitigen Zeitpunkt ist noch wenig über das Verhalten und die Auswirkungen von Silbernanopartikeln in der Umwelt und dem menschlichen Körper bekannt. Zu beachten ist aber, dass sie kontinuierlich Silberionen an ihre Umgebung abgeben. In einer Studie wurde getestet, welche Wirkung die Nanopartikel auf Fischembryos haben. Es wurden toxische Effekte festgestellt und die Fische wiesen Deformationen sowie eine hohe Sterblichkeit auf [2].

Fazit

Dennoch gilt das Trinkwasser in Deutschland als das am strengsten regulierte Lebensmittel. Grenzwerte verschiedener Schadstoffe sind in der Trinkwasserverordnung gesetzlich festgelegt, um die Genusstauglichkeit des Wassers zu schützen [3]. Trotz allem ist dies keine Garantie für die einwandfreie Qualität des Leitungswassers. Nicht alle Inhaltsstoffe können in der Trinkwasserverordnung abgedeckt werden und Verunreinigungen, die sich durch alte Leitungen auf dem Weg von den Wasserwerken bis zu den Hausleitungen ergeben, können nicht kontrolliert werden. Wenn Sie daher Ihr Trinkwasser filtern wollen, ist ein professionelles Wasserfiltersystem zu empfehlen, welches keine Silberzusätze für die Entkeimung der Wasserfilter einsetzt und dadurch möglicherweise Silber an das aufbereitete Leitungswasser abgibt.

  1. Merkel, Wolfgang W. (2010): „Silber kann für sauberes Wasser sorgen“. URL: https://www.welt.de/wissenschaft/article10449768/Silber-kann-fuer-sauberes-Wasser-sorgen.html [08.12.2016].
  2. Hund-Rinke, Kerstin; Marscheider-Weidemann, Frank; Kemper, Mike (2008): „Beurteilung der Gesamtumweltexposition von Silberionen aus Biozid-Produkten“. URL: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3673.pdf [08.12.2016].
  3. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (2016): „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)“. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html [08.12.2016].
  4. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (2016): „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001) – §11 Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren“. URL: http://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/__11.html [08.12.2016].
  5. Umweltbundesamt (2015): „Bekanntmachung der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 der Trinkwasserverordnung – 18. Änderung“. URL: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/374/dokumente/18._bekanntmachung_der_liste_der_aufbereitungsstoffe_und_desinfektionsverfahren_gemaess_ss_11_trinkwv_2001.pdf [08.12.2016].
  6. Drösser, Christoph (2014): „Gesund mit Silber“. URL: http://www.zeit.de/2004/44/Stimmts_Silber [08.12.2016].
  7. Faber, Kathrin; Stahlmann, Ralf (2013): „Nanosilber – Nutzen oder Schaden?“. URL: https://master-toxikologie.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/studiengaenge/master-toxikologie/Toxikologie_Aktuell/2013/mobil/ToxikologieAktuell082013_mobil.pdf [08.12.2016].
  8. Umweltbundesamt (2007): „Zukunftsmarkt – Nachhaltige Wasserwirtschaft und Nanotechnologie“: URL: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3455.pdf [08.12.2016].

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