Obwohl das Trinkwasser in Deutschland den Ruf hat, sehr gute Qualität zu besitzen, kann es selbst bei Einhaltung aller Grenzwerte der Trinkwasserverordnung und regelmäßiger Kontrollen zu Schwermetallbelastungen kommen. Was Schwermetalle sind, welche Auswirkungen die einzelnen Stoffe auf den menschlichen Körper haben können und was Sie selbst gegen Schwermetalle in Ihrem Trinkwasser unternehmen können, wird im folgenden Artikel erklärt.

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Schwermetalle können sich in den Körper einlagern und verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Die vielen verschiedenen Stoffe, die unter dem Begriff Schwermetall zusammengefasst werden, bieten jedoch ebenso viele Möglichkeiten, sich und Ihre Familie dagegen zu schützen.

Was sind Schwermetalle?

Unter dem Begriff Schwermetall wird jeder Stoff zusammengefasst, der eine höhere Dichte als 5 g/cm³ aufweist. Obwohl die Stoffe auf natürliche Weise in unserer Umwelt vorkommen, da sie meist Bestandteil verschiedener Gesteinsschichten sind und durch Ausspülungen in den Wasserkreislauf gelangen, können nur einige vom menschlichen Körper verwertet werden. Einige Stoffe sind in geringen Dosen wichtig für die Gesundheit.

Hierunter werden beispielsweise minimale Bestandteile von Kupfer, Mangan oder Zink verstanden, die weitläufig auch unter dem Begriff Spurenelement zusammengefasst werden. Diese werden erst bei einer erhöhten Dosierung, bspw. in der Nahrung oder dem Trinkwasser zum Problem. Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Chrom oder Zinn können schon bei kleiner Dosis oder langfristiger Belastung schädliche Wirkungen auf den menschlichen Körper entfalten.[1]

Obwohl die Grenzwerte für diese chemischen Verbindungen in der Trinkwasserverordnung geregelt sind und eingehalten werden müssen, heißt dies nicht, dass keine Schwermetalle in Ihrem Leitungswasser enthalten sind.

Grenzwerte sind oftmals ein Kompromiss aus finanzieller und politischer Machbarkeit und wesentlicher Schadensvermeidung, doch wäre es nich besser wenn viele giftige Schwermetalle wie Kupfer oder Blei erst gar nicht im Nahrungsmittel Wasser enthalten sein würden?

Wie wirken Schwermetalle auf den Körper?

Der Großteil der Schwermetalle, die der Mensch zu sich nimmt, wird über die Nahrung aufgenommen und in der Regel als Spurenelement im Zuge der Verdauung in den entsprechenden Organen verwendet. Problematisch wird ein erhöhter Schwermetallanteil in der Nahrung, zu der auch das Trinkwasser gehört, wenn die Stoffe nicht mehr über die Nieren oder den Darm ausgeschieden werden können und ins Blut gelangen. [2] Auf diese Weise können sich die Stoffe entweder in Organen anlagern oder direkt toxisch wirken. Anlagerungen, die meist in den Knochen, Zähnen, Leber und der Niere stattfinden, können hier Langzeitschäden verursachen.

Insbesondere Säuglinge sind jedoch vor einer erhöhten Schwermetallbelastung zu schützen. Da die Blut-Hirn-Schranke noch nicht ausgebildet ist, können chemische Verbindungen auf diese Weise größeren Schaden anrichten. [1]

Wie gelangen Schwermetalle ins Trinkwasser?

Die Wasserversorgungswerke sind nach der Trinkwasserverordnung in Deutschland dazu verpflichtet, stets die Grenzwerte für verschiedene chemische Elemente, Keime und Bakterien einzuhalten. Hierzu zählen auch die Schwermetalle, zu deren Grenzwerteinhaltung sich jeder Wasserversorger verpflichtet. Dennoch kann es in einem Haushalt zu erhöhter Schwermetallbelastung kommen, wenn beispielsweise Armaturen und hauseigenen Rohre aus Blei oder Kupfer Partikel in das Leitungswasser abgeben.

Wer einen eigenen Brunnen besitzt, ist außerdem selbst für die Einhaltung der Grenzwerte zuständig. Insbesondere dann sollten Sie auf Ihr Trinkwasser achten, denn auf natürliche Weise mit Schwermetallen versehenes Erdreich kann durch Ausspülungen Partikel in Ihr Grundwasser und somit Ihr Brunnenwasser abgeben.

Ueberraschungen vermeiden

Welche Schwermetalle gibt es und wo liegen ihre Grenzwerte?

Im Gegensatz zu der schleichenden Vergiftung durch Blei sind die Schwermetalle Kupfer, Zink und Nickel erst in größeren Mengen gefährlich und können dann zu Magen-Darm-Problemen führen. [6] Für Kupfer liegt der Richtwert bei 2 Milligramm pro Liter, für Zink bei 5 Milligramm pro Liter und für Nickel bei 0,02 Milligramm pro Liter [3].

Während Bleirohre in Deutschland nur noch sehr selten vorkommen, gibt es viele Wasserrohre, die aus Kupfer oder Zink hergestellt wurden. Viele Armaturen wurden aus Nickel gefertigt, wodurch immer wieder Schwermetalle ins Trinkwasser gelangen können [6]. Cadmium setzt sich in Niere und Leber ab und kann bei sehr hohen Konzentrationen für langfristige Schäden sorgen. Als ungesund gilt es vor allem für Schwangere und Säuglinge [6]. Für Cadmium gibt es einen Grenzwert, der bei 0,005 Milligramm pro Liter liegt [3].

Nicht gesundheitsschädlich ist Eisen, da es wie bereits beschrieben vom menschlichen Körper als Spurenelement benötigt wird. Da es jedoch aus technischen Gründen unpraktisch ist sowie für einen metallischen Geschmack und Trübungen sorgt, ist auch Eisen im Trinkwasser unerwünscht [6]. Für Eisen liegt der Grenzwert bei 0,2 Milligramm pro Liter [3].

Wie schützt man sich vor Schwermetallen im Trinkwasser?

Die Folgen von Schwermetallen im Trinkwasser hören sich erschreckend an. Jedoch sollten Sie bedenken, dass Sie ganz leicht Abhilfe schaffen können, indem Sie Ihr Leitungswasser filtern und die hauseigenen Rohre überprüft. Wer in einem sehr alten Haus wohnt, sollte vor allem beachten, dass es verschiedene Alternativen zu Bleirohren gibt, die sich sowohl im Preis als auch in der gesundheitlichen Unbedenklichkeit unterscheiden: Kunststoff, Kupfer und rostfreier Edelstahl. [4]

Eine größere Sicherheit bietet Ihnen aber das Filtern Ihres Trinkwassers. Mit verschiedenen Varianten wie Aktivkohle-Blockfiltersystemen, Ionentauschern oder Umkehrosmose können Sie belastetes Wasser reinigen und aufarbeiten. Da es die meisten Geräte auch als Einbauvariante gibt, können Sie die Wasserfilter direkt an Ihrer Armatur dem idealen Entnahmepunkt installieren und somit schwermetallbelastetes Wasser vermeiden.

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Fazit

Deutschlands Trinkwasser ist qualitativ sehr gut und wird ständig kontrolliert. Dennoch kann es passieren, dass Schwermetalle ins Leitungswasser gelangen und gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten sich davor zu schützen, beispielsweise indem man veraltete Rohre austauscht oder das Wasser filtert. Besonders Schwangere, Kinder und Kranke können durch Schwermetalle im Trinkwasser geschädigt werden.

  1. Prestel, Harald: Entwicklung, Charakterisierung und Einsatz modular aufgebauter, faseroptischer Schwermetall-Sensoren für die Gewässerüberwachung. München: Herbert Utz Wissenschaftsverlag, 2002.
  2. Ohne Verfasser. Wasserfilter gegen Schwermetalle. URL: http://www.wasserfilter-trinkwasserfilter.de/schadstoffe/wasserfilter-schwermetalle/ (24.02.2017)
  3. IfAU (2016): „Schwermetalle im Trinkwasser“. URL: http://www.ifau.org/trinkwasser/smetalltwinfo-uebersicht.htm (19.10.2016)
  4. Herrling-Tusch, Ursel (2013): „Jetzt wird es ernst: Bleirohre müssen raus. Tipps für Hausbesitzer rund um das richtige Rohr“. URL: http://www.presseportal.de/pm/78339/2481464 (19.10.2016)
  5. Stiftung Warentest (2016): „Wasserfilter im Test“. URL: https://www.test.de/Wasserfilter-im-Test-Gut-filtert-keiner-4840828-0/ (19.10.2016)
  6. Dittmar, Thomas (2011): „Vorlesung Wasserinhaltsstoffe Schwermetalle“. URL: https://tu-dresden.de/bu/umwelt/hydro/ifw/ressourcen/dateien/lehre/vorlesung-wasserinhaltsstoffe/Wasserinhaltsstoffe-Schwermetalle_1.pdf?lang=de (19.10.2016)
  7. Wasser Wissen (2017): „Schwermetalle“. URL: http://www.wasser-wissen.de/abwasserlexikon/s/schwermetalle.htm (03.03.2017)

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