Sie kennen es vermutlich aus dem Wasserkocher oder im letzten Schluck ihres Frühstückstees. Kleine weiße Flocken, die im Wasser zurückbleiben. Dabei handelt es sich meist um Kalk, der in unserem Trinkwasser enthalten ist. Im Folgenden wird näher erläutert, wie Kalk überhaupt in Ihr Leitungswasser gelangt und welche Auswirkungen das für Sie als Konsument und Ihre Umgebung hat. Dazu werden Maßnahmen dargestellt, mit denen Sie Ihr Wasser entkalken können.

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Was ist Kalk?

Kalk, fachlich Calciumcarbonat genannt, ist eine chemische Verbindung der Elemente Calcium, Kohlenstoff und Sauerstoff. Der natürlich vorkommende Stoff ist nur schwer wasserlöslich und findet Anwendung in der Landwirtschaft als Düngemittel und als Lebensmittelzusatz, wird aber auch beispielsweise für Kreide verwendet [1].

Transportweg des Kalks ins Grundwasser

Ins Grundwasser, und damit auch in unser Leitungswasser, gelangt Kalk auf natürlichem Wege über Regenwasser, das beim Versickern durch verschiedene Bodenschichten unterschiedliche Stoffe aufnimmt. Kalkhaltige Gesteinsschichten sorgen so dafür, dass das Wasser auf seinem Weg ins Grundwasser Kalk aufnimmt und weitertransportiert [2].

Messung des Kalkgehalts im Wasser

Der Kalkgehalt in Wasser wird als Wasserhärte oder auch Härtegrad bezeichnet. Gemessen wird in der Einheit „Grad deutscher Härte“, kurz dH [3][4]. Je nach Härtegrad wird heute grundsätzlich in drei, anstatt früher in vier, Härtebereiche eingeteilt: weich, mittel und hart. Wasser, welches wenig Kalk enthält, wird auch weiches Wasser genannt, während besonders kalkhaltiges Wasser auch als hartes Wasser bezeichnet wird [5].

Gesundheitliche Auswirkungen und Grenzwerte

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, hat hartes bzw. kalkhaltiges Wasser laut Wasserwerken keinerlei negative Auswirkung auf die Gesundheit, weswegen in Deutschland auch kein Grenzwert für den Kalkgehalt im Trinkwasser besteht. Im Gegenteil: das im harten Wasser enthaltene Calcium ist sogar eher förderlich für die Gesundheit [5]. Als anschaulicher Vergleich hierzu enthält ein Liter Leitungswasser etwa gleich viel Calcium wie ein Glas Milch [5]. Jedoch sollten Sie selbst für sich entscheiden, wie viel Kalk Sie über Ihr Trinkwasser zu sich nehmen möchten.

Weitere Auswirkungen

Auch wenn Kalk im Leitungswasser allem Anschein nach, keine negativen Auswirkungen auf Ihre Gesundheit hat, so hat kalkhaltiges Wasser doch teils unerwünschte Auswirkungen auf Ihre unmittelbare Umgebung. Die grundsätzliche Eigenschaft von Kalk im Wasser, Ablagerungen zu bilden und Rückstände beim Verdunsten des Wassers zu hinterlassen, ist der Ausgangspunkt für einige negative Eigenschaften von hartem Wasser. So können beispielsweise Rohrleitungen verkalken und im schlimmsten Falle verstopfen, Kaffee- oder Waschmaschinen können verkalken und sind so größeren Belastungen ausgesetzt, was wiederum zu einem erhöhten Wartungsaufwand führen kann. Auf Armaturen oder Fließen können lästige Flecken durch Kalk entstehen.

Regionale Unterschiede

In Deutschland variiert die Härte des Trinkwassers je nach Region stark. Grund hierfür ist, wie oben bereits erwähnt, die unterschiedliche Beschaffenheit der Bodenschichten. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass vor allem in Süddeutschland Leitungswasser tendenziell eher hart und in Norddeutschland tendenziell eher weich ist [6]. Der Härtegrad wird jedoch für jede Gemeinde separat ermittelt und wird vom jeweiligen Wasserwirtschaftsamt mitgeteilt.

Möglichkeiten zur Entkalkung

Es ist möglich, das Wasser für den gesamten Hausverbrauch zu enthärten. Dabei stehen grundsätzlich zwei Verfahren zur Verfügung. Einerseits kann der im Wasser enthaltene Kalk mittels einer speziellen Vorrichtung durch magnetische Felder, elektrische Felder oder Impulsströme zum Ausfallen gebracht werden. Diese Verfahren werden auch biologische oder physikalische Kalkbehandlung genannt. Allerdings funktionieren diese Verfahren je nach Wasserbeschaffenheit nicht immer gleich gut. Vorteile liegen darin, dass dem Wasser keine fremden Substanzen zugeführt werden müssen und das Wasser so, so natürlich wie möglich erhalten bleibt.

Demgegenüber stehen Verfahren der zur Entnahme der Kalkbildenden Mineralien. Hierzu gehören Ionentauscher (vereinfacht wird Natrium gegen Calcium getauscht), was allerdings zu erhöhten Natriumwerten im Wasser führt und nicht ohne weiteres geprüft werden kann, wann das Ionentauscherharz erschöpft ist. Des Weiteren gibt es chemische Verfahren, bei denen dem Wasser verschiedene chemische Substanzen wie Phosphat- oder Silikatverbindungen zugesetzt werden. Dabei wird das Wasser jedoch durch die betreffenden Chemikalien durchaus noch weiter verunreinigt und in seiner Natur deutlich verändert, weshalb von Methoden dieser Art wohl eher abzusehen ist [5].

Durch Nanofiltration, Umkehrosmose und Destillation kann dem Wasser auch Kalk entnommen werden, um negative Auswirkungen des Brauchwassers zu minimieren. Allerdings bieten sich letztgenannte Methoden nicht als Lösungen für den kompletten Haushalt inkl. Bad an, da der Wasserdurchfluss stark reduziert wird. [7]

In den meisten Fällen reicht eine Wasserverbesserung in Bezug auf Kalk für die Getränkezubereitung wie Tee- oder Kaffee aus. Daher empfehlen wir, u.a. aufgrund der Komplexität und vielen Nachteilen bei der Kalkentnahme, einfache Bellima® Fächer zur Anwendung im Kochtopf oder Wasserkocher.

Fazit

Kalk ist vor allem in Gesteinsschichten zu finden und kommt natürlich im Grundwasser vor. Der Stoff ist nicht als eine vom Menschen verursachte Verunreinigung zu betrachten.
Grundsätzlich gehen von Kalk im Trinkwasser keinerlei Gefahren für die Gesundheit aus, dennoch wird der Kalkgehalt des Grundwassers ständig von den lokalen Behörden überwacht. Diese Ergebnisse können Sie sich jederzeit online ansehen. Kalkhaltiges Wasser kann dennoch einige unangenehme Auswirkungen im Haushalt verursachen. Je nach Härtegrad des Leitungswassers kann es sinnvoll sein, das Leitungswasser zu behandeln und so den Kalkgehalt zu reduzieren.
Auch wenn aus gesundheitlicher Sicht anhand der aktuellen Studienlage keine Notwendigkeit besteht, Wasser zu entkalken, gibt es doch Vermutungen, dass zu viel Kalk ungesunde Auswirkungen auf Ihren Körper haben könnte [5]. Letztendlich müssen Sie selbst für sich entscheiden, wie sich hartes Wasser auf Ihr Wohlbefinden auswirkt und gegebenenfalls Maßnahmen zur Entkalkung ergreifen.

  1. Unbekannt (ohne Jahr): „Calciumcarbonat, E 170, Claciumkarbonat, Kohlensaurer Kalk“. URL: https://www.lebensmittellexikon.de/c0002100.php (18.11.2016).
  2. Stadtwerke Altdorf GmbH (ohne Jahr): „Rund um den Kalk“. URL: http://stadtwerke-altdorf.de/index.php?id=74&L=0 (18.11.2016).
  3. Jagodzinski, Antje; Meurer, Christoph (2016): „Wie sich hartes und weiches Wasser unterscheiden“. URL: http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/vorgebirge-voreifel/bornheim/Wie-sich-hartes-und-weiches-Wasser-unterscheiden-article3401682.html (18.11.2016).
  4. Wolter, Cornelia (2010): “Mittel gegen Kalk im Haushalt”. URL: http://www.abendblatt.de/ratgeber/wohnen/article107657423/Mittel-gegen-Kalk-im-Haushalt.html (18.11.2016).
  5. Schmitt, Dieter: Das Wasser-Praxisbuch. Wissenswertes über Quell-, Trink-, und Mineralwasser, Umkehrosmose, Wasserbelebung, Basenwasser und vieles mehr! 3. Auflage. Reichenberg: Siva-Natara Verlag, 2011.
  6. Ruppert, Ralf (2015): „Wasser ist im Norden zu weich, im Süden zu hart“. URL: http://www.infranken.de/regional/bad-kissingen/Wasser-ist-im-Norden-zu-weich-im-Sueden-zu-hart;art211,1053723 (18.11.2016).
  7. Carbonit, “Die Kalkfibel” (5. Auflage, Stand: 01/2008) URL: http://www.carbonit.com/images/stories/werbemittel/Broschuere-Kalkfibel/101339-D01.pdf (18.11.2016).

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