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Sind Hormone im Trinkwasser ein Problem?

In Deutschland können Angler insbesondere in der Nähe von Klärwerken beobachten, dass der Fischbestand verweiblicht. Als Ursache dieser Entwicklung gelten Hormone wie beispielsweise die Anti-Baby-Pille, welche ungefiltert durch die Kläranlagen in die Gewässer gelangt. Auch das Trinkwasser ist von Hormonen belastet, die durch das unachtsame Entsorgen von Medikamenten in den Toiletten oder auch durch natürliche Ausscheidungen in den Wasserkreislauf gelangen können.

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Aber wie gefährlich ist dies für Ihre Gesundheit? Nachfolgend informieren wir Sie darüber, was Hormone sind, wie diese in die Gewässer eingetragen werden, welche Konsequenzen das für Ihre Gesundheit hat und was Sie dagegen unternehmen können [5] [8].

Was sind Hormone und wo kommen vor?

Hormone sind bekannt dafür, im menschlichen Körper eine wichtige Funktion zu übernehmen. Sie gelten als Signal- und Botenstoffe, die verschiedene Funktionen im Körper regulieren und Informationen übermitteln. So werden der Blutdruck, der Wasserhaushalt und auch der Blutzuckerspiegel mit Hormonen gesteuert [1] [9]. Das Hormon wird dabei von der hormonproduzierenden Zelle in die Blutbahn oder das umliegende Gewebe abgegeben. Beispielsweise können der Hypothalamus im Gehirn, die Schilddrüse, die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse, die Eierstöcke und die Hoden Hormone im Körper herstellen. Generell unterscheidet man zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Hormonen. Fettlösliche Hormone wie zum Beispiel Sexualhormone haben die Fähigkeit in Zellen zu gelangen. Dies können wasserlösliche Hormone nicht. Durch Kontrollen des Bluts und Urins lässt sich ihre Konzentration nachweisen. Schon geringe Mengen können große Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Wird der Hormonhaushalt durch unbeabsichtigt eingenommene Hormone in der Nahrung oder dem Trinkwasser gestört, so kann dies zu Erkrankungen führen [1] [10].

“Schon geringe Mengen sollen große Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Wird der Hormonhaushalt durch unbeabsichtigt eingenommene Hormone in der Nahrung oder dem Trinkwasser gestört, so kann dies zu Erkrankungen führen.”

Herkunft und Grenzwerte der Hormone im Trinkwasser

Der Gesetzgeber schreibt bisher in der Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert für Hormone im Leitungswasser vor [3]. Es gibt keine regelmäßigen Überprüfungen der Gewässer und des Trinkwassers auf Hormonrückstände [6]. Messungen belegen jedoch, dass sich regelmäßig Hormone und Arzneimitteln in unseren Gewässern nachweisen lassen. Problematisch ist, dass diese Rückstände von Kläranlagen nicht gefiltert werden und in allen angrenzenden Gewässern feststellbar sind. Einmal in dem Wasserkreislauf angekommen, können sie vereinzelt bis in Ihr Leitungswasser gelangen [11]. Unachtsame Verbraucher, die alte Medikamente mit Hormonwirkstoffen in der Toilette entsorgen, und Ausscheidungen gelten als Ursache dafür, dass die Wirkstoffe in das Abwasser gelangen. Des Weiteren können sie durch Gülle sowie Mist behandelter Nutztiere in der Landwirtschaft in die Böden dringen und mit dem Regen weiter in das Grundwasser transportiert [2] [13].

Für Hormone und hormonähnliche Stoffe gibt es bisher gar keine Grenzwerte in Trinkwasser. Diese können somit jeder Zeit auch in Ihrem Glas Wasser vorkommen.

Auswirkungen auf die Umwelt

Ein Problem bei der Erhebung von genauen Angaben und Wirkungsweisen der Hormone stellen die fehlenden Datengrundlagen und Langzeituntersuchungen dar. Da aber wissenschaftlich erwiesen ist, dass Hormone den Stoffwechsel und die Körperfunktionen beeinflussen, sind direkte Auswirkungen auf die Tierwelt nicht von der Hand zu weisen [11]. Zum Beispiel wirkt das synthetische Hormon der Anti-Baby-Pille schon in sehr geringer Konzentration. In diesem Zusammenhang wird beobachtet, dass insbesondere in Flüssen und Seen in der Nähe von Klärwerken das Hormon die Fischpopulation verweiblicht und die Fortpflanzung der Fische stört [2] [4]. Englische Forscher beobachteten ein vergrößertes Sexualzentrum bei Vogelmännchen in der Nähe von Klärwerken. Grund sind Schnecken in Klärbecken, die einen erhöhten Östrogengehalt aufweisen und die Nahrungsgrundlage dieser Vögel darstellen. Die Lebenserwartung dieser Vögel sank erheblich [12].

Gesundheitliche Auswirkungen

Wie ungesund eine bestimmte Konzentration eines Hormones ist, ist schwierig zu beantworten, weil langfristige Erhebungen für den Wirkstoff im Trinkwasser fehlen. Dennoch gibt es wissenschaftliche Studien, die Hinweise auf die Wirkungsweisen und die schädlichen Folgen für die menschliche Gesundheit liefern. Östrogenhaltige Hormone können für eine frühere, weibliche Geschlechtstreife und eine Verminderung der männlichen Fruchtbarkeit sorgen. Die Spermienqualität nimmt als Folge ab und Paare bekommen ungewollt weniger Kinder. Im Allgemeinen können Schwangere, Babys und Kinder während der Entwicklung der Fortpflanzungsorgane von schädlichen, hormonellen Einflüssen besonders betroffen sein. Möglicherweise kann dies Organschäden und Missbildungen zur Folge haben. Tatsache ist, dass sich Hormone wie zum Beispiel Östrogene im deutschen Trinkwasser nachweisen lassen, jedoch meist weit unter einem risikoreichen Wert. Dennoch sind langfristige Folgen nicht auszuschließen [12] [14]. Im Privathaushalt können Sie mit technischen Filtersystemen Hormone aus dem Leitungswasser entfernen. Hierfür eignen sich insbesondere Aktivkohle-Blockfilter und das Prinzip der Umkehrosmose.

Fazit

In Deutschland sieht die Trinkwasserverordnung keine Grenzwerte für Hormone im Leitungswasser vor. Regelmäßige Überprüfungen werden nicht flächendeckend durchgeführt [3]. Sie können den unbeabsichtigten Eintrag selbst verhindern, indem Sie hormonhaltige Medikamente nicht unachtsam in der Toilette entsorgen. Doch hormonhaltige Ausscheidungen von Menschen und Nutztieren, die in das Abwasser gelangen, sind schwierig zu vermeiden [2]. Bisher verwenden Kläranlagen keine Verfahren, um diese Hormonrückstände aus den Abwässern zu entfernen. Studien weisen darauf hin, dass Hormone im Trinkwasser auch den Menschen Schaden zufügen. Die männliche Fruchtbarkeit kann eingeschränkt werden und es gibt Hinweise auf Organschäden und möglichen Missbildungen. Langfristige Folgen sind bisher kaum erforscht [7] [14]. Es stehen Ihnen unterschiedliche technische Möglichkeiten bereit, um den Stoff aus dem Leitungswasser zu entfernen.

  1. Dr. Nonnenmacher (2016): „Hormone“. URL: http://symptomat.de/Hormone (9.11.2016).
  2. Anja, Garms (2013): „Wasseranalysen zeigen, was Ärzte verschreiben“. URL: https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article121881755/Wasseranalysen-zeigen-was-Aerzte-verschreiben.html (9.11.2016).
  3. Bundesbehörden (2016): „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)“. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html (5.11.2016).
  4. Dr. Hoffmann, Frauke (2016): „Wenn Hormone den Froschflirt stören“. URL: http://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/junge-leibniz-wissenschaftler-im-interview/wenn-hormone-den-froschflirt-stoeren/ (5.11.2016).
  5. Freie Presse (2014): „Arzneimittelreste im Trinkwasser“. URL: http://www.freiepresse.de/RATGEBER/ESSEN-TRINKEN/Arzneimittelreste-im-Trinkwasser-artikel8961006.php (9.11.2016).
  6. Umweltbundesamt (2016): „Arzneimittel in der Umwelt“. URL: https://www.umweltbundesamt.de/arzneimittel-in-der-umwelt (9.11.2016).
  7. Wasser Bayern (2016): „Pharmazeutischer Cocktail im Trinkwasser ”. URL: http://www.wasser-bayern.de/aquaaktuell/problemfelder-wasser/umweltverschmutzung/medikamentenrueckstaende/ (9.11.2016).
  8. Löwer, Chris (2004): “Medikamenten-Cocktail im Trinkwasser“. URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/chemie-medikamenten-cocktail-im-trinkwasser-a-314868.html (9.11.2016).
  9. Dr.med. Zeilberger, Karlheinz (2016): „Hormone“. URL: http://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Laborwerte/Hormone-2157.html (9.11.2016).
  10. DocCheck Flexikon (2016): „Hormon“. URL: http://flexikon.doccheck.com/de/Hormon (8.11.2016).
  11. Umweltbundesamt (2016): „Arzneimittel und Umwelt“. URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/arzneimittel/arzneimittel-umwelt (9.11.2016).
  12. Planet Wissen (2014): „Umwelthormone“. URL: http://www.planet-wissen.de/natur/anatomie_des_menschen/hormone/pwieumwelthormone100.html (9.11.2016).
  13. Umweltbundesamt: „Rund um das Trinkwasser“. In: 4.Auflage 2016, S.62-63.
  14. Bund: „Mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit durch Einträge von Hormonen in die Umwelt“. In: 1.Auflage, S.2-7.

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"Wasserhelden.Net" - Redaktion

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