Am 27.11.2017 wurde in Brüssel mehrheitlich von der EU entschieden, das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat weitere fünf Jahre zuzulassen. Trotz der Warnung zahlreicher Umweltschutzorganisationen. Und trotz des Verdachts, dass das Herbizid nicht nur der Umwelt schadet, sondern auch krebserregend für den Menschen ist. Glyphosat wird auf rund 40 % der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland versprüht und auch im Privatgebrauch darf es noch immer eingesetzt werden. Was bedeutet das für unsere Umwelt und welche Gefahr besteht für unser Trinkwasser?

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist das weltweit meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel. Bekannt wurde es durch den Konzern-Riesen Monsanto, der Mitte der 70er Jahre das Herbizid “Roundup” auf den Markt brachte. Die Hauptkomponente: Glyphosat. Mittlerweile gibt es zahlreiche andere Hersteller, die diesen Wirkstoff verwenden.

Glyphosat zählt zu den sogenannten Total- bzw. Breitband-Herbiziden. Das bedeutet, es ist nicht selektiv und vernichtet grundsätzlich alle Pflanzen − außer gentechnisch veränderte Nutzpflanzen. Diese weisen eine Resistenz gegenüber dem Gift auf.

Zudem wirkt das Mittel systemisch: nachdem es von der Pflanze über die Blätter aufgenommen wurde, verteilt es sich in der ganzen Pflanze.

In Deutschland wird Glyphosat vielseitig eingesetzt [1,3]:

  • In der konventionellen Landwirtschaft: auf rund 40 % der Ackerflächen wird Glyphosat besprüht.
  • Auf kommunalen Flächen, beispielsweise zur Unkrautvernichtung an Wegrändern, Parks oder den Gleisanlagen der Deutschen Bahn.
  • auch der Einsatz auf privaten Flächen durch Hobbygärtner ist zugelassen.

Glyphosat schadet der Umwelt

Glyphosat schadet bewiesenermaßen der Natur und Tierwelt [1,2]:

  • Verlust der Biodiversität durch Eingriff in Nahrungsnetze: abgesehen von den gentechnisch veränderten Nutzpflanzen, gewährt das Herbizid keinem Halm Gnade. Es vernichtet jegliches Grün − sogar die sehr wertvollen Ackerkräuter. Das bedeutet einen gravierenden Verlust der Artenvielfalt, sowohl in Hinsicht auf die Pflanzen- als auch Tierwelt. Denn verschwinden die Wildpflänzchen auf und an den Ackerflächen, finden Insekten und kleine Säugetiere weniger Nahrung und Unterschlupf. Als Konsequenz schwinden schließlich die Vögel, die sich von Insekten ernähren. Eine traurige Kettenreaktion. Eine Studie des Umweltbundesamtes ergab, dass der Glyphosat-Einsatz insbesondere für den Bestandsrückgang von Feldvogel-Arten, wie etwa Rebhuhn oder Feldlerche, mitverantwortlich ist.
  • Gefahr für Wasserorganismen: gelangt Glyphosat in Gewässer, schadet es dort den Lebewesen. Das gilt insbesondere für Amphibien, denn das Gift stört deren Embryonalentwicklung und führt zum Sterben der Kaulquappen.
  • Schädigung des Bodens: der Einsatz des Pflanzenschutzmittels schädigt mit der Zeit zudem die Bodenstruktur und die dort lebenden Mikroorganismen. Diese sind jedoch grundlegend für die Verfügbarkeit von Nährstoffen im Boden notwendig. Das bedeutet: ohne Mikroorganismen, keine Ernte.

Welche Gefahr besteht für uns Menschen?

Mehrere Studien konnten zeigen, dass Rückstände von Glyphosat im Urin von Menschen nachweisbar sind [3,2]. Das gilt sowohl für Individuen, die aus beruflichen Gründen mit dem Herbizid in Kontakt kommen, als auch für solche die eigentlich nicht in dessen Nähe kommen.

Da das Gift systemisch von den Nutzpflanzen aufgenommen wird, lässt es sich nicht abwaschen. Ebenso wenig wird es durch Kochen oder Einfrieren zerstört. Die Vermutung liegt also nahe, dass Glyphosat unter anderem über die Nahrung aufgenommen wird. Dass Lebensmittel wie Mehl oder Brötchen in der Tat belastet sind, bestätigte unter anderem eine Überprüfung des Magazins Ökotest [1].

Glyphosat kann also in den menschlichen Körper gelangen, doch richtet es dort auch Schaden an? − Vermutlich Ja!

Ob die kontinuierliche Aufnahme geringer Glyphosat-Mengen negative Auswirkungen für unsere Gesundheit besitzt, ist noch nicht ausreichend untersucht. Doch förderlich ist es definitiv nicht, denn die Belastung mit einem unnatürlichen Stoff heißt nie etwas Gutes.

Studien deuten darauf hin, dass Glyphosat auch beim Menschen hormonell wirksam ist und dadurch Fortpflanzung und Entwicklung beeinträchtigt. Um den Hormonhaushalt durcheinander zubringen reichen übrigens grundsätzlich geringe Dosen an solchen hormonell wirksamen Substanzen.

Zudem steht das Herbizid unter dem dringenden Verdacht Embryonen-schädigend zu sein. Hinweise dazu liefert beispielsweise Argentinien, wo der Einsatz des Giftes enorm ist und das Spritzen größtenteils ohne Schutzkleidung stattfindet. Dort häufen sich Missbildungen von Neugeborenen in den Kern-Anbauregionen, wie zum Beispiel Cordoba. Laboruntersuchungen an Hühner- und Frosch-Embryonen zeigten ebenfalls Fehlbildungen durch Glyphosat-Kontakt [1,5].

Und als sei das noch nicht genug, gilt das Pflanzengift sowie sein Abbauprodukt AMPA (Aminomethyl-Phosphonsäure) seit 2015 laut WHO offiziell als “wahrscheinlich krebserregend”. Beide Substanzen wirken genotoxisch in Laboruntersuchungen. Auch hier gilt Argentinien als trauriges Paradebeispiel. In den ländlichen Gebieten mit extremen Glyphosateinsatz, wie z.B. die Provinz Chaco oder die Stadt La Leonesa, steigen die Krebsraten − auch bei Kindern [1,5].

Glyphosat sowie sein Abbauprodukt AMPA (Aminomethyl-Phosphonsäure) gilt seit 2015 laut WHO offiziell als “wahrscheinlich krebserregend”.

Glyphosat in Gewässern und Trinkwasser

Eine berechtigte Frage lautet: wenn offensichtlich bereits Lebensmittel und Böden mit dem Pflanzengift kontaminiert sind, wie sicher ist dann noch unser Trinkwasser? Leider gibt es dazu bisher noch viel zu wenig Informationen.

Fest steht jedoch, dass in Oberflächengewässern und Grundwasser bereits europaweit geringe Konzentrationen an Glyphosat und AMPA gemessen werden konnten[2].

Zwar lagen die Werte in Deutschland meistens unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten für Gewässer (100µg/l Glyphosat und 1200 µg/l AMPA) bzw. Grundwasser (0,1 µg/l), dennoch bieten diese Ergebnisse wohl kaum Grund zur Euphorie.

Denn einerseits zeigen sie eindeutig, dass ein Glyphosat-Eintrag in unsere Wasserressourcen stattfindet − was eigentlich nicht zulässig ist. Und andererseits gab es durchaus Meldungen, wo die Grenzwerte überschritten wurden. Beispielsweise in Gewässern rund um Leipzig [6]. Besonders gefährdet sind grundsätzlich solche Regionen, mit viel (konventioneller) landwirtschaftlicher Fläche und demzufolge einem hohen Herbizid-Einsatz.

Glyphosat im Trinkwasser? Wenig wahrscheinlich“, schreibt die NRWZ, doch können wir uns als Verbraucher auf solche Aussagen verlassen? Wohl kaum. Schließlich steigt mit jedem Glyphosat-Einsatz in der konventionellen Landwirtschaft auch der Eintrag in unsere Gewässer − und damit das Risiko für unser Trinkwasser. Die Klärwerke sind darüber hinaus mit der Filterung solcher Umweltgifte schlicht überfordert.

zur Info: Unsere bevorzugte Filtertechnologie Monoblock-Aktivkohle filtert nachweislich diverse Pestizide und Arzneimittel. Aufgrund der stofflichen Ähnlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit einer Rückhaltung von Glyphosat sehr hoch. Ein konkreter Test steht noch aus.

Fazit

Der Einsatz von Glyphosat ist weltweit stark umstritten − zu Recht, denn das Pflanzengift tut höchstwahrscheinlich weder Mensch noch Umwelt gut. Trotzdem darf es nun in Deutschland bis mindestens Ende 2022 weiter eingesetzt werden. Die EU hat damit gegen die Forderungen von Umweltschutzorganisationen und Bürgerinitiativen entschieden.

Ob bis dahin unser Trinkwasser noch immer frei von Glyphosat ist?

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert unter anderem, dass der Einsatz von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flächen vollständig verboten werden muss.

Gefordert sind neben Staat und Bundesländer insbesondere die einzelnen Kommunen. Denn sie können sich bereits jetzt schon gegen den Glyphosat-Einsatz entscheiden. Als Bürger haben wir die Möglichkeit diesen Schritt in unserer Stadt zu fordern. Und als Konsumenten haben wir die Wahl die Bio-Landwirtschaft zu unterstützen, indem wir nur noch Produkte vom Bio-Bauern kaufen.

Jeder kann also seinen Beitrag dazu leisten unser Wasser, die Umwelt und schließlich uns selbst vor Glyphosat zu schützen.

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