Coliforme Keime

Trotz hoher technischer Standards und strengen Gesetzen treten in einigen Landkreisen Deutschlands immer wieder Belastungen des Trinkwassers mit coliformen Keimen auf. Dabei konzentrieren sich die Vorfälle nicht auf eine bestimmte Region, sondern ereignen sich deutschlandweit. Das Robert-Koch-Institut meldet, dass pro Jahr etwa 5000 bis 7000 Menschen in Deutschland an Durchfall, verursacht durch E.-coli Bakterien, erkranken.

Auslöser können verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser sein, das mit dieser Keimart belastet ist. Der folgende Artikel informiert Sie darüber, was genau coliforme Keime sind, wie diese in das Trinkwasser gelangen, was dies für Ihre Gesundheit bedeutet und was Sie dagegen tun können [9] [2].

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Was sind coliforme Keime und wo treten sie auf?

Coliforme Keime leiten sich ab vom Bakterium Escherichia-coli, das auch Teil dieser Gruppe ist. Sie sind wie ein Stäbchen geformt und sondern innerhalb von 48 Stunden nach der Infektion gesundheitsgefährdende Gase und Säuren ab [4]. Zu den bedeutendsten Keimen dieser Kategorie gehören Citrobacter, Enetrobacter, Escherichia und Klebsiella. Citrobacter ernährt sich ausschließlich von Citrat, tritt als natürlicher Keim im Darm auf und spaltet organische Stoffe. Er gilt als weitgehend harmlos.

Enterobacter sind natürliche Darmkeime, die organische Stoffe zu CO2 und Wasser umwandeln. Einige Gruppen sind potenziell gefährliche Krankheitserreger. Escheria, auch E-coli Bakterium genannt, gehört zur natürlichen Darmflora, jedoch können einige Arten gefährliche Krankheiten verursachen. E-coli Bakterien sind besonders in der dritten Welt als eine häufige Krankheitsursache bekannt.

Der Keim Klebsiella kann vor allem Geschlechtskrankheiten verursachen, deren Symptome der Syphilis ähneln. Die meisten Arten sind penicillinresistent, was für die Behandlung problematisch ist. Zudem kann der Keim auch Durchfall verursachen [4] [10] [13].

Der Grenzwert coliformer Keime und Bakterien liegt bei 0 KbE (Koloniebildenden Einheiten) pro 100 ml Wasser. Sie dürfen faktisch nicht nachweisbar sein.

Grenzwert der coliformen Keime im Trinkwasser

Der Gesetzgeber schreibt in der Trinkwasserverordnung vor, dass Leitungswasser bei der Überprüfung keine feststellbaren Konzentrationen von coliformen Keimen beinhalten darf. Der Grenzwert liegt somit bei 0 KbE pro 100 ml Wasser. Wird eine nennenswerte Konzentration festgestellt, so ist das Trinken des Wassers verboten. Diese coliformen Keime gelten als Hinweise für eine ungesunde Verunreinigung unter anderem durch Fäkalien [3].

Herkunft der coliformen Keime im Trinkwasser

Als Ursache für das mit coliformen Keimen belastete Trinkwasser kommt Kot von Nutz- und Haustieren in Frage, der in die Gewässer durch Niederschläge getragen wird. Auch infolge des Düngereinsatzes in der Landwirtschaft können Böden mit diesen Keimen belastet werden, die durch Regen diese weiter in den Wasserkreislauf transportieren [4].

Das Auftreten von erhöhten Werten coliformer Keime im Trinkwasser muss nicht immer Quellen außerhalb des Leitungsnetzes als Ursache haben. Beispielsweise kann eine gesteigerte Fließgeschwindigkeit dazu führen, dass die Keime aus Ablagerungen im Leitungsnetz abgelöst werden und in das Wasser gelangen. Auch unzureichend unterhaltene Rohrnetze sowie verunreinigte Hochbehälter kommen als Quelle für diese Keimart in Frage. Weitere Gründe für coliforme Keimen können technische Störungen und eine unzureichende Desinfektion des gereinigten Wassers bei der Trinkwassergewinnung sein.

Im Bereich der Hausinstallation können diese Keime bei Reparaturarbeiten, Rohrbrüchen und Neuanschlüssen in das Leitungswasser gelangen [7] [8] [13].

Gesundheitliche Auswirkungen

Die Keime werden auf den Menschen durch das Trinken des verunreinigten, schädlichen Leitungswassers übertragen. Coliforme Keime umfassen eine Vielzahl von Arten und können dementsprechend unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen. In den meisten Fällen kann es zu Durchfall kommen [4].

Dies ist auch bei Escheria, dem E-coli Bakterium der Fall. Jedoch kann dieser Keim auch in die Blutbahn und andere Körperteile transportiert werden, mit schwerwiegenden Konsequenzen. Dies kann in Lungenentzündungen, Blutvergiftungen sowie Harnwegsinfektionen resultieren, die schon zu Todesfällen geführt haben. Besonders gefährdet sind Gruppen mit geschwächtem Immunsystem. Hierzu zählen alte Menschen und Kranke.

Deswegen ist der Trinkwasserschutz vor coliformen Keimen in Krankenhäusern besonders wichtig [1] [5]. Einige Arten des Enterobacter Keims können Atemwegs- und Harnwegsinfektionen, in wenigen Fällen auch Hirnhautentzündungen verursachen. Voraussetzungen für diese Krankheitsbilder sind ein geschwächtes Immunsystem.

Die Klebsiella Bakterien können neben Durchfall auch Krankheitssymptome auslösen, die einer Syphilis ähneln. In besonders schweren Fällen sind zudem lebensgefährliche Hirnhautentzündungen möglich [11] [12].

Ueberraschungen vermeiden

Fazit

In Deutschland wird durch die Trinkwasserverordnung vorgeschrieben, dass bei einer feststellbaren Konzentration der coliformen Keime das Leitungswasser nicht mehr getrunken werden darf. Demzufolge liegt der Grenzwert bei 0 pro 100 ml Wasser [3]. Coliforme Keime können gefährlich für Ihre Gesundheit sein. Wie groß die Gefahr ist, hängt von der Konzentration und der Keimart ab. Als meist verbreitetes Symptom gilt zunächst Durchfall [4].

Dennoch sind auch schwerwiegendere Krankheiten möglich, wie beispielsweise Lungenentzündungen, die bei besonders schwachem Immunsystem zum Tod führen können. Als Privatverbraucher können Sie sich mit einfachen Mitteln schützen. Das Gesundheitsamt rät, das Wasser, das Sie für die Nahrungsmittelzubereitung verwenden, einmalig sprudelnd aufzukochen und im Anschluss mindestens 10 Minuten abkühlen zu lassen.

Normalerweise können Sie das belastete Wasser für die Körperhygiene oder auch für die Geschirrspülmaschine ohne Probleme und ohne zusätzliches Abkochen benutzen. Bei offenen Wunden sollten Sie jedoch vorsichtig sein und den direkten Wasserkontakt vermeiden [8] [9].

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  1. Dr. Nonnenmacher (2016): „Escheria coli“. URL: http://symptomat.de/Escherichia_coli (5.11.2016)
  2. Pflügler-Scherb, Ulrike (2015): „E-Coli-Keim entdeckt: Trinkwasser in Kassel abkochen“. URL: http://www.hna.de/kassel/e-coli-keim-entdeckt-trinkwasser-abkochen-4804436.html (5.11.2016).
  3. Bundesbehörden (2016): „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)“. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html (5.11.2016).
  4. Ärzteblatt (1996): „Mikroorganismen im Trinkwasser“. URL: http://www.aerzteblatt.de/archiv/2518 (5.11.2016).
  5. Netdektor.de (2016): „A04 – Sonstige bakterielle Darminfektionen“. URL: http://www.netdoktor.de/Service/ICD-Diagnose/A04-Sonstige-bakterielle-Darm-40004.html (5.11.2016).
  6. Umweltbundesamt (2016): „Mikrobiologie“. URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser/trinkwasserqualitaet/mikrobiologie (5.11.2016).
  7. Spektrium.de (2016): „Mikroorganismen”. URL: http://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/mikroorganismen/7607 (5.11.2016).
  8. Nester, Ralf (2011): “Welche Gefahr geht von diesen Erregern aus?“. URL: http://www.tagesspiegel.de/berlin/keime-im-trinkwasser-welche-gefahr-geht-von-diesen-erregern-aus/4447842.html (5.11.2016).
  9. Rauch, Manuela (2016): “Wie gefährlich sind coliforme Keime im Trinkwasser?”. URL: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wie-gefaehrlich-sind-coliforme-Keime-im-Trinkwasser-id38376537.html (5.11.2016).
  10. Zühlke, Karsten (2016): „Mikroorganismen im Trinkwasser – Mikrobiologische Parameter“. URL: http://www.trinkwasserspezi.de/Mikroorganismen.pdf (5.11.2016).
  11. Dr. Nonnenmacher (2016): „Enterobacter“. URL: http://symptomat.de/Enterobacter#Krankheiten_.26_Beschwerden (5.11.2016).
  12. Dr. Nonnenmacher (2016): „Klebsiella“. URL: http://symptomat.de/Klebsiella#Krankheiten_.26_Beschwerden (5.11.2016).
  13. Umweltbundesamt: „Coliforme Bakterien im Trinkwasser“. In: Bundesgesundheitsblatt 2009, S.474-479.

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