Wasser ist die Grundlage unseres Lebens und es sauber zu halten ist sehr wichtig. Chlor soll dabei helfen und wird nicht nur in Deutschland für die Säuberung von Leitungswasser eingesetzt. Doch wie gefährlich ist gechlortes Wasser? Was bedeutet der Konsum für unsere Gesundheit?

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Das chemische Element Chlor

Chlor ist ein grüngelbes und giftiges Gas. Es hat einen besonders stechenden Geruch und ist mäßig im Wasser löslich. Chlor ist in Form von Gas tödlich und wurde schon im Ersten Weltkrieg als Waffe verwendet. Im reinen, flüssigen Zustand kann es zum Beispiel Ätzungen hervorrufen. In Verbindung mit Wasser ist Chlor weniger schädlich und wird deshalb für die Reinigung des Leitungswassers verwendet. Mit einem Grenzwert von 0,3 Milligramm pro Liter, setzt Deutschland den Chlorgehalt sehr niedrig an [1].

Wie kommt Chlor ins Trinkwasser?

Chlor ist vergleichsweise günstig und universell einsetzbar. Deshalb wird es auch von der Wasserversorgung im Trinkwasser als Desinfektionsmittel genutzt, um so Keime und andere Verunreinigungen abzutöten. Aber auch als meist verwendete Chemikalie in der chemischen Industrie gelangt es regelmäßig ins Abwasser und so auch in unser Trinkwasser. Jährlich werden etwa 40 Millionen Tonnen der Chemikalie für verschiedene Zwecke genutzt. Auf natürliche Weise kommt das organische Chlor in der Natur nicht vor, weshalb der Abbau der Chemikalie nur langsam oder gar nicht stattfindet [2].

Ist die Chemikalie im Trinkwasser gesundheitsschädlich?

Im Wasser kann Chlor weitere Verbindungen eingehen. Das Halogen ist außerordentlich reaktionsfreudig und reagiert mit tierischem und pflanzlichem Gewebe, wodurch es dieses zerstört. Besonders giftig ist Chlor als Halogenkohlenwasserstoff. Dies sind Kohlenwasserstoffe, bei denen ein oder mehr Wasserstoffatome durch ein oder mehr Halogen ersetzt wurden. Einige dieser Verbindungen sind im Verdacht, krebserregend zu sein. Auch wenn Sie das Chlor weder geruchlich noch geschmacklich wahrnehmen, ist das Element immer vorzufinden, genauso wie die Nebenprodukte des Chlors, die krebserregende Stoffe enthalten können [3].

Unterschiedliche Meinungen

Während die Wasserversorger entwarnen und Chlor als unbedenklich einstufen, zeigen viele weitere Studien, dass chlorhaltiges Trinkwasser sehr ungesund sein kann. Auch wenn die Konzentrationen des Stoffes im Trinkwasser sehr gering sind, kann es zu hohen Körperbelastungen und chronischen Langzeitvergiftungen kommen. Besonders Kinder im Mutterleib und in der Stillphase sind stark gefährdet. Mögliche Schäden sind Hirnstörungen, Löcher in der Herzscheidewand oder anderen schweren Krankheiten beim ungeborenen Kind sind möglich. Die meisten Studien wurden jedoch mit höheren Chlorkonzentrationen durchgeführt, als sie in Deutschland erlaubt sind. Wie genau Chlor den Körper beeinträchtigt, kommt auch auf die Verbindung an, die das Halogen eingeht. Laut Wasserversorgern ist die umstrittene Chemikalie jedoch das kleinere Problem, wenn es um Krankheitserreger im Trinkwasser geht [4][5].

Chlor als Gift

Viele Chlorverbindungen wirken als Hormongifte, die schon bei sehr geringen Konzentrationen wirken. Hier ist das ungeborene Kind besonders gefährdet, da es schon auf kleinste Mengen hormoneller Wirkstoffe reagiert. Missbildungen, Reproduktionsstörungen und erhöhte Krebsgefahr können die Folge sein. Einige der organischen Verbindungen sind Immungifte, die die Abwehrkraft des Körpers vermindern können. Andere wiederum funktionieren als Nervengifte und können zu Beeinträchtigungen des Denk- und Koordinationsvermögens führen. Leber und Niere können verschiedene Chlorverbindungen abbauen, doch die Abbauprodukte sind oft giftiger als die Ausgangsstoffe und fügen dem Körper weitere Schäden zu [2][3].

Wann sind Wasserfilter sinnvoll?

In der Regel gilt, dass Trinkwasser in Deutschland eines der am besten kontrollierten Lebensmittel ist und es unbedenklich getrunken werden kann. Wenn Sie jedoch besonders sichergehen wollen, können Sie das Wasser vor dem Trinken filtern. Die meisten Chlor-Verbindungen können durch Aktivkohle gefiltert werden. Auch Umkehrosmose und Ionenfilter können die chemische Substanz aus dem Wasser entfernen. Ionentauscher können dem Wasser negativ geladene Chlor-Ionen entziehen und durch ungefährliche Ionen ersetzen. Dadurch wird das Wasser von den entsprechenden Verbindungen befreit. Bei der Umkehrosmose wird Wasser mit einer elektrischen Pumpe durch eine sehr feine Membran geleitet. Größere Moleküle wie die Chlorverbindungen werden zurückgehalten und somit dem Trinkwasser entzogen. Aktivkohle filtert in erster Linie durch seine feinporige Oberfläche verschiedene Verunreinigungen und Schadstoffe aus dem Wasser. Chlor und Chlorverbindungen entnimmt sie durch ihre besondere Eigenschaft der katalytischen Wirkung. Konzentrationen von Chlor und anderen organischen Verbindungen können wirksam reduziert werden, der Mineralstoffgehalt bleibt dabei unverändert.

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Fazit

Viele Forscher sind sich in dem Punkt einig, dass Chlor sehr gefährlich für unsere Gesundheit sein kann. Uneinig ist man sich jedoch, ob die geringen Konzentrationen, die im deutschen Trinkwasser erlaubt sind, schon zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Besonders Schwangere und Kleinkinder sollten jedoch die Gefahr nicht unterschätzen. Da die Chemikalie im Trinkwasser gelegentlich unumgänglich ist, muss man sich im Bedarfsfall selbst Abhilfe verschaffen, indem man das Leitungswasser beispielsweise vor dem Trinken filtert. Es gibt verschiedene Filteroptionen, die den Chlorgehalt verringern. Für welchen Sie sich entscheiden, liegt auch daran, ob Sie noch andere Substanzen aus Ihrem Trinkwasser filtern möchten.

  1. Umweltbundesamt (2012): Bekanntmachung der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 der Trinkwasserverordnung. URL: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/481/dokumente/17_aenderung_aufbereitungsstoffe_desinfektionsverfahren_11_trinkwv_11_2012.pdf (09.11.2017)
  2. Matthias Gliech, “Die Chlor-Story” URL: http://www.uniterra.de/chlorstory/c030101.htm (30.11.2016)
  3. Greenpeace-Studie (1995), “Chlor macht krank”, URL: http://oekorecherche.de/sites/default/files/publikationen/vollchlor.pdf (30.11.2016)
  4. OEWA Wasser und Abwasser GmbH “Desinfektion des Trinkwassers mit Chlor” URL: http://www.vvgg.de/uploads/media/291112_VEOL_Desinfektion_Grimma_Druck.pdf (30.11.2016)
  5. Silvia K. Müller, Chemical Sensitivity Network (CSN) “Studie zeigt, chloriertes Trinkwasser kann Geburtsfehler auslösen” URL: http://www.csn-deutschland.de/blog/2008/11/26/studie-zeigt-chloriertes-trinkwasser-kann-geburtsfehler-ausloesen/ (30.11.2016)

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