Biofilme sind überall zu finden wo Wasser ist und nicht unbedingt gesundheitsschädlich. Sie bestehen aus einer Vielzahl von Bakterien, bei denen es stark auf die Zusammensetzung ankommt. Während viele Bakterien dabei helfen, unser Trinkwasser sauber zu halten, kann eine zu hohe Konzentration von schädlichen Keimen schnell zu starken gesundheitlichen Problemen führen.

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Wie entstehen Biofilme?

Bakterien schwimmen meistens nicht frei im Leitungswasser herum, sondern sitzen an der Oberfläche von Wasserleitungen und bilden eine dünne Schicht – den Biofilm. Man spricht von einer symbiotischen Lebensgemeinschaft aus sehr widerstandsfähigen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen oder Algen. Die Stoffwechseleigenschaften des einen Organismus werden von der anderen Spezies genutzt [2]. Biofilme sind im Endeffekt eine Art schleimiger Belag, der praktisch überall auftreten kann, wo Wasser zugegen ist. Wie viele Biofilme sich in unseren Wasserleitungen bilden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Wassertemperatur, dem pH-Wert oder dem Chlorgehalt. Ideal für das Wachstum von Biofilm sind Wassertemperaturen von 25°C bis 30°C. Wenn das Wasser lange in den Leitungen steht, kann sich Biofilm stark vermehren. Auch die Oberfläche der Leitungen ist entscheidend. Gummidichtungen dienen beispielsweise als Nährstoff für viele Bakterien [2].

Sind Biofilme schädlich für die Gesundheit?

Die im Biofilm enthaltenen Bakterien müssen nicht grundsätzlich ungesund sein und das Wasser verunreinigen. Die genaue Zusammensetzung von Biofilmen ist bisher nicht ausreichend untersucht, doch Forscher haben festgestellt, dass viele Bakterienarten erheblich zur Sauberkeit des Wassers beitragen [2]. Dennoch ist Vorsicht angebracht. Biofilme begünstigen das Einnisten schädlicher Keime, wie beispielsweise Legionellen. Hier können geringste Konzentrationen ausreichen, um das Trinkwasser gefährlich zu verunreinigen, denn der vorhandene Biofilm ist eine gute Grundlage zur Vermehrung und Ausbildung neuer Keimkulturen [1]. Legionellen können beispielsweise sehr gefährlich sein und grippeähnliche Symptome sowie schwere Lungenentzündungen hervorrufen, die in einigen Fällen tödlich enden. Die Infektion findet direkt über die Luft statt. Pseudomonas wirken ähnlich gesundheitsschädlich wie Legionellen. Sie haben zudem die Fähigkeit, selbst Biofilme zu entwickeln. Viele Arten dieses Bakteriums sind resistent gegen Antibiotika und andere Medikamente [1].

Grenzwerte für Biofilm

Es gibt keinen Grenzwert für Biofilm in Trinkwasser. In der Trinkwasserverordnung ist jedoch ein Grenzwert für Keime im Trinkwasser festgesetzt. Legionellen dürfen beispielsweise eine Konzentration von 100 Legionellen pro 100 Milliliter nicht überschreiten. Bei dem Bakterium Pseudomonas liegt der Grenzwert bei null auf 250 Milliliter Wasser [3].

Wasserleitungen als Ursache für ihre Verbreitung

Ob und wie viel Biofilm sich in den häuslichen Wasserleitungen befindet, können Sie nur durch aufwendige Proben und Labore feststellen. Oft ist es dann ausreichend, den befallenen Abschnitt der Leitungen auszutauschen. Dies sind häufig Armaturen oder Duschschläuche. Besonders preisgünstige Apparaturen aus Fernost sind anfällig für Bakterienkulturen, da sie im Inneren aus Kunststoff und Weichmachern bestehen, die hervorragender Nährboden für Bakterien sind [1]. Wie bei vielen anderen Verunreinigungen können Sie sich schützen, indem Sie das Wasser nach einer langen Standzeit in den Leitungen ungenutzt ablaufen lassen. Dies gilt besonders morgens oder nachdem Sie aus dem Urlaub zurückkehren. Bakterien vermehren sich leichter, wenn das Wasser lange steht [2]. Um die Bildung von Biofilm zu vermeiden, ist es wichtig, das richtige Material bei den Wasserleitungen auszuwählen. Ungeeignet sind beispielsweise verzinkte Stahlleitungen oder nicht zertifizierte Kunststoffrohre und -schläuche [2].

Sonstige Lösungsansätze gegen Bakterienkolonien

Warmwasserspeicher sind ebenfalls anfällig für Biofilm und Bakterienkolonien. Eine Erhöhung der Temperatur kann hier Abhilfe schaffen. Oberhalb von 60°C sterben fast alle pathogenen Keime ab. Aus dem Grund ist es ebenfalls sinnvoll, das heiße Wasser ein paar Minuten ungenutzt durch die Leitungen laufen zu lassen, wodurch ebenfalls Bakterien abgetötet werden [1]. Eine weitere Möglichkeit, die Bildung von Biofilm zu vermeiden ist eine Entkalkung des Wassers. Kalk ist nicht gesundheitsschädlich, doch sie können zu einer höheren Keimkonzentration und somit einer erhöhten Biofilmbildung führen. Kalk lagert sich im Laufe der Zeit in den Leitungen und Armaturen ab. Die dadurch entstehende raue Oberfläche macht es Bakterien wesentlich leichter, sich anzusiedeln und Biofilme zu bilden. Dadurch steigt die Gefahr, das Trinkwasser bakteriell zu belasten, erheblich [1].

Wann sind Wasserfilter sinnvoll?

Generell gelten lassen sich Wasserfilter nicht direkt gegen Biofilme anwenden, allerdings können Sie folgendermaßen Anwendung finden. Um Kalkablagerungen zu reduzieren bzw. zu verhindern bieten sich Entkalkungsanlagen oder Ionentauscher an, somit wird eine Biofilmbildung in der Hausinstallation reduziert. Allerdings schützen Kalkablagerungen auch Wasserleitungen vor Korrosion durch welche sich wiederum giftige Schwermetalle lösen können. Daher erscheint es sinnvoller Wasserfiltersysteme direkt am finalen Abnahmepunkt (zum Beispiel in der Küche) zu verwenden, um direkt gegen die sich in Biofilmen wachsenden Keime und Bakterien herauszufiltern. Schwermetalle und viele weitere Schadstoffe können somit auch entnommen werden.

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Fazit

Biofilme sind natürlich und nicht grundsätzlich gesundheitsgefährdend. Viele im Biofilm enthaltenen Mikroorganismen sind sogar wichtig für die Reinheit unseres Wassers. Doch in ihnen steckt auch die Gefahr der Keimbildung. Es ist daher gut, die Menge an Biofilmen gering zu halten. Dies kann nicht nur durch die Wassertemperatur geregelt werden, sondern auch durch den Austausch von Wasserleitungen und Schläuchen mit Kunststoffbelegen und Weichmachern. Des Weiteren können Wasserfilter eingesetzt werden, um Keime und Bakterien sicher zu entnehmen. Somit brauchen Sie sich wenig Sorgen um Biofilmbildungen in ihren Rohrleitungen oder dem Wassernetz im Allgemeinen zu machen.

  1. Berkner, Hartmut (2016): „Biofilme im Trinkwasser“. URL: http://biofilme-wasser.de/ (30.10.2016)
  2. Frank, Daniela (2015): „Der Feind in meiner Wasserleitung“. URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/trinkwasser-wie-verhindert-man-keimbildung-in-den-leitungen-a-1068909.html (30.10.2016)
  3. Bundesbehörden (2016): „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)“. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html (28.10.2016)

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