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Inhaltsstoffe

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Wasser ist lebenswichtig für den Menschen. Wir nehmen täglich welches zu uns, doch die wenigsten wissen etwas über die Zusammensetzung unseres Wassers. Es beinhaltet zahlreiche Nährstoffe, die den Körper stärken und ohne die wir nicht funktionieren könnten. Doch neben den für den Körper wichtigen Inhaltsstoffen, welche in unserem Leitungswasser zu finden sind, kann dieses auch Verunreinigungen und Schadstoffe enthalten.

Definition

Im nachfolgenden Artikel wird unter Trinkwasser gleichermaßen Leitungswasser verstanden.

Abhängig von der Konzentration der Schadstoffe kann Wasser sogar gesundheitsschädigend sein. In Deutschland ist die Wasserbeschaffenheit mit den zulässigen Grenzwerten der wichtigsten Inhaltsstoffe in der Trinkwasserverordnung festgelegt. Diese soll regelmäßig überarbeitetet werden, wenn neue Schadstoffe im Wasser gefunden werden oder ein negativer Einfluss bekannter Inhaltsstoffe sich erhärtet. In der Verordnung heißt es, dass Genusstauglichkeit und Reinheit des Wassers gewährleistet werden müssen.

Welche Nährstoffe sind im Leitungswasser zu finden?

Nährstoffe wie Mineralien und Spurenelemente sind Bestandteile des Trinkwassers, welche der Körper braucht, um seine Funktionen aufrechtzuerhalten. Bisher sind über 20 Mineralien bekannt, die in verschiedenster Zusammensetzung im Trinkwasser enthalten und wichtig für unsere Gesundheit sind. Man unterscheidet hierbei in Makromineralien und Spurenelemente. Erstere sind in größeren Mengen, also fünf Gramm und mehr, im Körper enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Calcium, Magnesium, Natrium und Schwefel. Spurenelemente werden vom Körper nur in sehr geringen Mengen benötigt. Hierzu zählt man zum Beispiel Zink, Fluor und Eisen.

Diese Nährstoffe aus dem Trinkwasser üben verschiedenste, wichtige Funktionen im Körper aus. So bilden sie eine Grundlage als Baumaterial für Zellen und Gewebe und liefern die strukturelle Stärke für Knochen und Zähne. Sie sind Bestandteil von Körperflüssigkeiten und helfen bei der Regulierung des Wasserhaushalts und des Säuregehalts des Körpers. Zudem steuern die Nährstoffe die Übermittlung von Nervenimpulsen und die Funktionen der Zellmembranen.

Nährstoffe stellen also einen wichtigen Bestandteil für die Funktionstüchtigkeit des menschlichen Körpers dar. Leider kann der Körper nicht allein durch Trinkwasser den Bedarf an diesen Nährstoffen decken. Zum einen ist die Konzentration im Wasser zu gering, um den täglichen Bedarf des Körpers zu decken, zum anderen sind die im Wasser enthaltenen Nährstoffe schwierig für den Körper aufzunehmen [1].

Obwohl die Nährstoffe überlebenswichtig sind, kann eine zu hohe Konzentration von Mineralien und Spurenelementen auch schädlich für den Körper sein. Aus diesem Grund ist die zulässige Konzentration von Nährstoffen im Trinkwasser, wie auch die Konzentration von Schadstoffen, in der deutschen Trinkwasserverordnung festgelegt [1].

Welche Verunreinigungen können im Wasser enthalten sein?

Neben den Nährstoffen im Leitungswasser, deren Effekte auf den menschlichen Körper in der richtigen Dosierung vor allem positiver Natur sind, kann Leitungswasser auch viele Schadstoffe enthalten. Zwar wird unser Wasser durch Filtrationssysteme und Kläranlagen aufbereitet, aber vollständige Reinheit kann nicht garantiert werden. Medikamentenrückstände beispielsweise sind schwierig zu entfernen, da sie sehr resistent gegen Filtertechniken sind. Auch auf dem Weg von der Quelle bis zu Ihnen nach Hause können durch die Leitungen Verunreinigungen ins Wasser gelangen.

Mikroorganismen

Als Mikroorganismen gelten sowohl Kleintiere als auch Parasiten und Bakterien. Kleintiere sind für gewöhnlich nicht im Trinkwasser zu finden, da sie durch Filter und Siebe abgefangen werden können. Zum Problem können sie jedoch werden, wenn sie das Wasser durch ihre Ausscheidungen mit organischer Substanz belasten. Wasser, in dem vermehrt Kleintiere vorkommen, riecht unappetitlich und wirkt unsauber.

Parasiten hingegen können zu ernsthaften Erkrankungen führen. Da sie nicht durch Chlor abgetötet werden können, müssen sie durch Filtrationssysteme aus dem Trinkwasser entfernt werden. Parasiten haben dem Robert-Koch-Institut zu Folge im Jahr 2004 über 900 Fälle von Darmerkrankungen hervorgerufen [4].

Keime und Bakterien

Auch Bakterien und Keime gelten zu den Mikroorganismen. Im Gegensatz zu Viren können Bakterien sich unter den richtigen Bedingungen außerhalb eines Wirtskörpers vermehren [5]. Sie können für den menschlichen Organismus sowohl nützlich als auch schädlich sein und durch das Abwasser ins Trinkwasser gelangen.

Selbst harmlose oder nützliche Bakterien können jedoch bei einem sehr plötzlichen Anstieg zu einer Erkrankung führen. Werden vermehrt Bakterien oder Keime über das Trinkwasser aufgenommen, kann dies schwere Infekte hervorrufen. Aus diesem Grund dürfen Mikroorganismen eine bestimmte Konzentration im Trinkwasser nicht übersteigen [2].

Schwermetalle

Zur Gruppe der Schwermetalle gehören über 50 Elemente. Einige davon, wie Natrium, Calcium oder Magnesium, stellen wichtige Nährstoffe für den Körper dar. Andere wiederum sind giftig. Schwermetalle gelangen häufig über veraltete Wasserleitungen ins Wasser und sind somit nicht mehr durch die Trinkwasserverordnung reguliert. Diese prüft lediglich die Inhaltsstoffe des Trinkwassers bis zum Ende des Verteilungsnetzes der Wasserwerke.

Veraltete Blei- oder Kupferrohre fallen damit nicht mehr unter die Regulation der Trinkwasserverordnung und können eine erhöhte Schwermetall-Konzentration im Wasser hervorrufen. Die vermehrte Aufnahme von Blei durch das Trinkwasser kann gefährlich für den Menschen sein, sie kann Entwicklungsstörungen bei Kleinkindern sowie Nierenschäden und Blutarmut hervorrufen.

Durch eine zu hohe Kupferkonzentration kann bei Kleinkindern eine frühkindliche Leberzirrhose auftreten. Zudem kann die Aufnahme von mit Kupfer verunreinigtem Wasser zu Magen-Darm-Problemen führen. Auch andere Schwermetalle sind schädlich und erhöhen das Risiko von Erkrankungen. Ein zu hoher Zinkgehalt kann Übelkeit und Erbrechen auslösen und Arsen kann krebserregend sein [6].

Arzneimittel

Medikamente werden, nachdem sie ihren Dienst im Körper getan haben, über den Urin oder Stuhlgang wieder ausgeschieden und gelangen durch das Abwasser in das Leitungswasser. Abwässer werden zwar gereinigt und gefiltert, aber dennoch können Arzneirückstände noch im Leitungswasser nachgewiesen werden.

Nach einer Auswertung des IWW Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wasser aus dem Jahr 2011 konnten 23 Wirkstoffe und Metaboliten im Leitungswasser positiv getestet werden. Zwar sind die Konzentrationen im Normalfall äußerst gering, doch welche Wirkung die stetige Einnahme geringer Mengen Arzneimittel über lange Zeit auf den Körper hat, ist noch nicht erforscht. Medikamentenrückstände im Trinkwasser könnten außerdem Veränderungen der Umwelt hervorrufen.

Gerade bei Antibiotika und Psychopharmaka können Resistenzen und Verhaltensänderungen bei Tieren und Pflanzen auftreten, die noch nicht absehbar sind. Es wird davon ausgegangen, dass mit älter werdender Bevölkerung immer mehr Medikamentenrückstände ins Leitungswasser gelangen werden [3].

Sonstige Verunreinigungen

Weitere Schadstoffe können durch die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft ins Leitungswasser gelangen. So wurden im Jahr 2014 35.000 Tonnen Pestizid- Wirkstoffe in Deutschland genutzt. Diese gehen zu einem großen Teil in das Grundwasser über. Manchmal kann es Jahrzehnte dauern, bis die Pestizide aus dem Boden gespült werden. So werden noch immer krebserregende Pestizide im Grundwasser gefunden, welche seit 25 Jahren verboten sind [7]. Asbest beispielsweise kann heute noch im Trinkwasser nachgewiesen werden. Obwohl nicht mehr genutzt, können alte Leitungen noch Asbestfasern ins Trinkwasser abgeben [8].

In unterschiedlichen Quellen werden Schätzungen von bis zu 50.000 möglichen Inhaltstoffen genannt. Der Großteil besteht aus diversen Chemikalien, die über Industrie oder direkt über den Menschen in die Umwelt gelangen und somit auch in unser Trinkwasser.

In der offiziellen Trinkwasserverordnung gibt es Grenzwerte für circa 40 Inhaltsstoffe. Unserer Meinung nach erscheint dies bei der Masse an möglichen Inhaltsstoffen zu wenig, um die landläufige Behauptung aufrecht halten zu können, das deutsche Leitungswasser sei bestes Trinkwasser.

Fazit

Unser Leitungswasser enthält überlebenswichtige Nährstoffe, die unser Körper teilweise nur von extern erhalten kann. Sie dienen den verschiedensten Funktionen und sind wichtig für unsere Gesundheit. Leitungswasser kann jedoch auch Schadstoffe enthalten, die auf unterschiedliche Weise ihren Weg ins Wasser finden und unserem Körper schädigen.

Die deutsche Trinkwasserverordnung reguliert zulässige Grenzwerte für Inhaltsstoffe im Trinkwasser, und diese werden auch regelmäßig überprüft, allerdings gibt es für diverse Verunreinigungen keine Grenzwerte (polare Pestizide und Arzneimittelrückstände).

Die offizielle Aussage hierzu lautet, da Erkenntnisse zu langfristigen Auswirkungen nicht vorliegen wird auch nichts unternommen [9] [10]. Dies ist bemerkenswert und hinterlässt große Zweifel. Wir finden, dass dies ein klarer Grund ist selbst aktiv zu werden und sein Trinkwasser aufzubereiten.

  1. Eco-Consult (2016): „Mineralien und Trinkwasser.“ URL: http://exir.de/new_page_4.htm (16.10.2016)
  2. Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (2016): „Beschaffenheit des Trinkwassers.“ URL: http://www.dvgw.de/wasser/recht-trinkwasserverordnung/trinkwasserverordnung/abschnitt-2/ (16.10.2016)
  3. ÖKO-TEST (2014): „Trinkwasser.“ URL: http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=104627&bernr=04&gartnr=1&suche=leitungswasser (16.10.2016)
  4. Evers, Karl Wolfgang: „Wasser als Lebensmittel: Trinkwasser – Mineralwasser – Quellwasser – Tafelwasser“. 1. Auflage. Hamburg: B. Behr’s Verlag GmbH & Co. KG., 2009.
  5. OC Projects, Optendrenk & Calinski GmbH (2015): „Keime & Erreger. Bakterien, Viren und Dreck können Krankheiten auslösen.“ URL: http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Vitalstoffe/Keime_und_Erreger/ (16.10.2016)
  6. Institut für Angewandte Umweltforschung e.V.: „Schwermetalle im Trinkwasser“. URL: http://www.ifau.org/trinkwasser/smetalltwinfo-uebersicht.htm (16.10.2016)
  7. Fenske, Doris (2015): „Pestizide im Trinkwasser. Gefährliche Altlast“. URL: http://www.br.de/nachrichten/pflanzenschutzmittel-trinkwasser-100.html (16.10.2016)
  8. Schmitt, Dieter: „Das Wasser-Praxisbuch. Wissenswertes über Quell-, Trink- und Mineralwasser, Umkehrosmose, Wasserbelebung, Basenwasser und vieles mehr!“ 3. Auflage. Reichenberg: Siva-Natara Verlag, 2008.
  9. Umweltbundesamt (2014): ” Arzneimittel und Umwelt” URL: http://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/arzneimittel/arzneimittel-umwelt (16.10.2016)
  10. ISEO – Institut für sozial-ökologische Forschung (2014): “Arzneimittelwirkstoffe im Wasserkreislauf”. URL: http://www.isoe.de/uploads/media/msoe-36-isoe-2014.pdf (16.10.2016)

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"Wasserhelden.Net" - Redaktion

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