Was versteht man unter Rohwasser?

Final Check offen

Der nachfolgende Beitrag widmet sich den wichtigsten Fragen rund um das Thema Rohwasser und seiner Verwendung in der Trinkwasseraufbereitung.

Als rohes Wasser werden in erster Linie alle möglichen Wässer bezeichnet, die nicht behandelt worden sind. Das heißt Bakterien, Krankheitserreger sowie Verschmutzungen sind in dem unbehandelten Wasser nach wie vor vorhanden. Befürworter des naturbelassenen Trinkwassers argumentieren, dass das gängige Leitungswasser mit Chemikalien versetzt wird und dadurch möglicherweise schädlich sein kann. Weiterhin soll unbehandeltes Wasser in seinem Naturzustand lebenswichtige Nutzen für die Gesundheit haben und wichtige Mineralien enthalten, die durch die Trinkwasseraufbereitung verloren gehen würden. In der Regel ist das meiste unbehandelte Wasser für den Verbrauch allerdings unsicher und unterliegt auch nicht den Sicherheitsstandards des gängigen Leitungs- und Trinkwassers [1].

Unbehandeltes Wasser in der Trinkwassergewinnung

Unverarbeitetes rohes Wasser kann aus Oberflächenquellen wie Teiche, Seen und anderen Wasserflächen gewonnen oder durch unter der Oberfläche liegende Wasserquellen wie Brunnen mithilfe von Bohrungen gefördert werden. Unbehandeltes Abwasser, welches in der städtischen Kläranlage zu finden ist, gilt nicht als Rohwasser innerhalb dieser Definition. Das unbehandelte Wasser entspricht dem unverarbeiteten Trinkwasser im Ausgangszustand.

Dabei kann es sich auf der einen Seite um gefördertes Grundwasser handeln, auf der anderen Seite fällt aber auch das sogenannte Uferfiltrat unter diese Kategorie. In wenigen Fällen wird außerdem Talsperren- oder Seewasser aufbereitet und für die Trinkwassergewinnung verwendet. Das Grundwasser in Deutschland zählt eigentlich zu den qualitativ besten rohen Wässern, die zur Verfügung stehen. Die Qualität der Flusswässer ist allerdings durch die zahlreichen Verschmutzungen und der aufwendigen Beseitigung dieser oftmals schwankend. Unabhängig von der Förderquelle muss der naturbelassene Rohstoff allerdings stets der strengen Trinkwasserverordnung entsprechen [1].

Gesundheitsrisiken durch naturbelassenes Rohwasser

Jedes unbehandelte Wasser kann ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen. Escherichia Coli und andere Bakterien zählen zu den häufigsten Verursachern von menschlichen Infektionskrankheiten und können sich in rohen Wässern ungestört ausbreiten [2]. Nahezu alle Industrieländer verfügen daher über umfangreiche Wasserbehandlungssysteme, um rohe Wässer trinkbar zu machen und mögliche Krankheitserreger zu entfernen.

Der Einsatz von Chlor und anderen Chemikalien steht allerdings häufig in der Kritik, da durch diese Mittel auch gesunde Mineralien entfernt und die ursprünglichen Wasserstrukturen zerstört werden. Außerdem können sich die chemischen Reinigungssubstanzen nach wie vor im Trinkwasser ablagern, wenn auch nur in geringsten Mengen, und dadurch Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Durch die strengen Gesundheitsstandards ist das aufbereitete Wasser allerdings frei von den hauptsächlichen Verunreinigungen und sicher für den Verbrauch.

Rohwasser kann zwar getrunken werden, gilt aber grundsätzlich nicht als trinkbar. Daher sollten Sie dieses nur im Notfall trinken und von einem dauerhaften Konsum aufgrund diverser potentieller Verunreinigungen absehen.

Grenzen der Trinkwasserverordnung

Die Trinkwasserverordnung (TrinkW), die für die Grenzwerte zuständig ist, an die sich die Wasserwerke halten, deckt allerdings nicht annähernd alle möglichen Schadstoffe ab, die auch im Trinkwasser noch vorkommen können. Auch wenn unserem Trinkwasser eine sehr gute Qualität bescheinigt wird und es problemlos trinkbar und teils sogar besser als einige im Handel erhältlichen Mineralwässer oder Tafelwässer ist, so finden sich dennoch weiterhin Schadstoffe in kleinsten Mengen darin. Darunter zum Beispiel Blei und Kupfer aus den Haushaltsrohren oder Arzneimittelrückstände, die gar nicht alle von der TrinkwV erfasst werden können.

Um das Trinkwasser also zu optimieren und unbedenklich zu sich nehmen zu können, wird dazu geraten, zu Hause direkt am Entnahmepunkt mit einem eigenen Aktivkohle-Filtersystem oder der Umkehrosmose zu filtern. Somit kann das wichtige Gut Wasser im Anschluss völlig sorgenfrei genossen werden.

Rohwasser im Prozess der Trinkwasseraufbereitung

Unter der Aufbereitung des Trinkwassers versteht man die Gesamtheit der Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserbeschaffenheit. Das Rohwasser wird hierbei mit chemischen, physikalischen und biologischen Wirkungsmechanismen bearbeitet, um seine Beschaffenheit den strengen Richtlinien in der Trinkwasserverordnung anzupassen.

Zuerst erfolgt eine Vorbehandlung des in Behältern gesammelten Grund- und Oberflächenwassers. Hierbei wird das Wasser oftmals belüftet und verschiedene Enthärter hinzugegeben, um den pH-Wert zu regulieren. Danach wird der Rohstoff gefiltert und erneut Chemikalien hinzugefügt. Letztendlich wird das Wasser desinfiziert und wiederum gefiltert, um die restliche Trübheit und die letzten Bakterien zu entfernen. Die Aufbewahrung des so erzeugten Trinkwassers erfolgt in sterilen Behältern, durch die mittels der Rohrleitungen die Zuleitung zum Verbraucher realisiert wird [3].

Die Vorteile der heimischen Leitungswasserfilterung

Die Aufgabe der Wasserversorgungsunternehmen besteht darin, dem Haushalten dauerhaft einwandfreies Trinkwasser bereitzustellen. Das aufbereitete Rohwasser darf nur dann zum Verbraucher geleitet werden, wenn es den Qualitätskriterien der TrinkW gerecht wird [4].

In Deutschland ist daher das Trinken von Leitungswasser zumeist völlig unbedenklich, da die Richtwerte der Trinkwasserverordnung oftmals straffer festgelegt sind als die Mineral- und Tafelwasserverordnungen. In Kombination mit technisch modernen Aufbereitungsanlagen des öffentlichen Wassernetzwerkes wird Ihnen ein ständig kontrolliertes Grundnahrungsmittel zur Verfügung gestellt, auf das Sie jederzeit zugreifen können. Jedoch erfasst auch die Trinkwasserverordnung, wie oben bereits ausführlich beschrieben, längst nicht alle Rückstände wie zum Beispiel von Medikamenten oder Kontrastmitteln. Auch auf dem Weg vom Wasserwerk in Ihren Haushalt können wieder diverse Schadstoffe wie Blei und Kupfer in das Wasser gelangen, denn die Rohrsysteme sind zum größten Teil noch veraltet und bestehen aus bedenklichen Materialien und Metallen.

Das heimische Leitungswasser also zusätzlich mit Aktivkohle oder Umkehrosmose zu filtern, kann viele Vorteile haben. Es ist zum einen wesentlich günstiger als Wasser aus dem Handel und ohne Transportaufwand sowie Verpackungsmüll erhältlich. Weiterhin hat es eine erheblich bessere Qualität als das erhältliche Mineral- oder Tafelwasser, das nämlich nicht der TrinkW unterliegt und damit eine geringere Schadstoffregulierung mitbringt. [5]

  1. Hausjournal (2016): „Rohwasser – was ist das?“ URL: http://www.hausjournal.net/rohwasser (23.10.2016)
  2. Schlegel, Hans G. (2007): „Allgemeine Mikrobiologie“. 8. Auflage, Thieme, Stuttgart 2007, S. 49.
  3. Lenntech (2016): „Prozess der Trinkwasseraufbereitung“. URL: http://www.lenntech.de/anwendungen/trinkwasser/reinigung/faq-wasser-trinkwasser-verfahren.htm (23.10.2016)
  4. Verbandsgemeinde Selters (2016): „Verborgene Schätze des Wasserwerkes“. URL: http://www.vg-selters.de/rathaus/wasser-abwasserwerk/rohwasser-wird-trinkwasser/ (23.10.2016)
  5. Simin, Violetta (17.05.2010): „Mineralwasser oder Leitungswasser?“ URL: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/hahn-oder-flasche-mineralwasser-oder-leitungswasser-1.742606-2 (10.11.2016)

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