Uran filtern

Final Check offen

Radioaktives Uran im Trinkwasser – das hört sich erst einmal nach einem giftigen und gesundheitsschädlichen Umstand an. Meist ist dies auch der Fall, jedoch ist wie bei vielen Stoffen die Konzentration entscheidend. Im Folgenden werden die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich Uran erläutert und einige Verfahren dargestellt, mit denen Sie selbst Ihr Trinkwasser optimieren und den Urangehalt senken können.

Wie kommt Uran ins Trinkwasser?

Uran ist ein Schwermetall, das in der Umwelt weit verbreitet ist. Das Wasser durchläuft auf seinem natürlichen Weg verschiedene Gesteinsschichten, die je nach geologischen Verhältnissen unterschiedliche Anteile an Uran oder anderen radioaktiven Stoffen aufweisen können. Bei deutschen Mineralwässern lagen die Uranwerte im Schnitt zwischen einem und vier Mikrogramm pro Liter, in einigen Fällen waren diese Werte in der Vergangenheit jedoch deutlich höher. Für Trinkwasser ist ein gesetzlicher Grenzwert von 10 µg/l festgelegt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Urangehalte im Trinkwasser in den kommenden Jahren steigen werden, da immer mehr uranhaltiger Mineraldünger in der Landwirtschaft genutzt wird [4].

Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Uran sinnvoll?

Uran ist ein radioaktives Schwermetall, das jedoch aufgrund seiner Halbwertzeit nicht sehr radiotoxisch wirkt. Wie bei vielen anderen Schwermetallen ist die chemische Toxizität von Uran jedoch sehr hoch. [2] Über den gesetzlichen Grenzwert gibt es bis heute viele Diskussionen. [3] Die Menge von Uran im Trinkwasser ist erst seit einigen Jahren Thema. Deutschland ist das einzige Land in der EU, das einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser festgelegt hat.

Obwohl dieser Wert sehr niedrig ist, gehen Wissenschaftler davon aus, dass er nur Erwachsene ausreichend schützt. Für Säuglinge, Kinder und immungeschwächte Menschen kann Uran in dieser Konzentration weiterhin gesundheitsschädlich wirken. Bei Säuglingsnahrung sollte der Uranwert beispielsweise 2 µg/l nicht überschreiten. Die toxische Wirkung von Uran wurde lange unterschätzt und auch heute ist kein Schwellenwert bekannt, ab dem Uran nicht mehr giftig wirkt [4].

Es herrscht Uneinigkeit darüber wie hoch der Grenzwert für Uran sein darf. Für Säuglinge wird er mit maximal 2 µg/l taxiert wohingegen der offizielle Grenzwert laut TrinkW bei 20 µg/l liegt!

Welche Filtermöglichkeiten gibt es und welche ist die Richtige für Sie?

Besonders bei Säuglingen, Kindern und immungeschwächten Menschen sollten Sie aufpassen, und den Gehalt von Uran in Ihrem Leitungswasser gegebenenfalls selbst senken. Hierbei sind einige Filterverfahren möglich: die Umkehrosmose sowie der Ionentauscher und ggf. auch der Aktivkohle-Blockfilter. Welches Verfahren das richtige für Sie ist, hängt davon ab, welche anderen Stoffe Sie zudem aus dem Wasser entfernen möchten, beziehungsweise, wie wichtig Ihnen die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren sind. Generell sollten Sie den Urangehalt in Ihrem Trinkwasser nicht unterschätzen.

Umkehrosmose und Nanofiltration

Bei der Umkehrosmose wird das Wasser unter Druck durch eine sehr feinporige Membran gepresst, die nur H2O Moleküle hindurchlässt. Man erhält sehr reines Trinkwasser, frei von Uran und anderen Schadstoffen. Allerdings wird hierbei auch der pH-Wert drastisch gesenkt, es entsteht saures Wasser. Durch das Verfahren der Umkehrosmose erhält man Wasser, das nicht sehr natürlich ist, dafür aber sehr rein. Ein weiterer Nachteil des sauren pH-Wertes ist, dass das Wasser sehr aggressiv ist und zur besseren Bekömmlichkeit im Nachgang oftmals mit Mineralien angereicht wird [1].

Ionentauscher zur selektiven Entfernung von Uran

Vorrangig in den Wasserwerken wird das Ionenaustauschverfahren verwendet. Hierbei können im Wasser gelöste Ionen entfernt werden, indem man sie mit Ionen gleicher Ladung wie beispielsweise Kalzium austauscht. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass das stärker bindende Ion wie zum Beispiel Ca2+ das schwächer bindende Ion wie zum Beispiel Na+ von den Bindungsstellen des Materials des Ionentauschers verdrängt. Abgesehen von der Nutzung dieses Verfahrens für die Aufbereitung des Abwassers wird der Ionentauscher auch zur Urangewinnung aus Erzen verwendet. Das Verfahren des Ionentauschers können Sie genauso in Ihrem privaten Haushalt nutzen und somit selbst Ihr Trinkwasser optimieren [5]. Allerdings nur selektiv um Uran herauszufiltern, denn alle anderen Schadstoffe bleiben im Wasser.

Nicht optimal – Aktivkohleblockfilter

Ein Aktivkohleblockfilter ist grundsätzlich ein sehr effektives Filterverfahren, wobei die Filterleistung bezüglich von Uran nicht geprüft ist und somit im Zweifel nicht ideal. Beim Aktivkohleblockfilter fließt das Trinkwasser durch einen Aktivkohleblock, dessen Oberfläche so porenreich ist, dass Verunreinigungen und Schadstoffe, hängenbleiben. Vorteile bei diesen Verfahren sind, dass zum einen der Mineralstoffgehalt nicht verändert wird und dass zum anderen auch bei einer Kapazitätserschöpfung keine Verunreinigungen auf die gefilterte Seite gelangen, da die Poren einfach verschlossen sind [3].

  1. Alvito (2007): „Infopaket Wasser“. URL: https://alvito.com/assets/1/75/Alvito_Infopaket_Wasser.pdf (01.03.2017)
  2. Evers, Karl Wolfgang. Wasser als Lebensmittel. Hamburg: Behr’s Verlag, 2009, 1. Auflage.
  3. Schmitt, Dieter: Das Wasser Praxisbuch. Wissenswertes über Quell-, Leitungs- und Mineralwasser sowie Umkehrosmose, Belebung, Basenwasser und mehr! 3. Auflage. Reichenberg: Siva-Natara Verlag, 2008.
  4. Umweltinstitut München e.V. (n.d.): „Gefahr fürs Baby – Radioaktivität im Trink- und Mineralwasser“. URL: http://www.umweltinstitut.org/themen/radioaktivitaet/radioaktivitaet-und-gesundheit/natuerliche-radioaktivitaet/radioaktivitaet-im-trinkwasser.html (02.03.2017)
  5. Wikipedia (2016): „Ionenaustauscher“. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Ionenaustauscher (22.02.2017)

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