Nitrat filtern

Final Check offen

Das Nitrat als Salz der Salpetersäure stellt zwar selbst nur eine geringe Gesundheitsgefährdung für Erwachsene dar, doch großflächige Verwendungen in synthetischen Düngemitteln sorgt für eine verstärkte Einleitung in den Wasserkreislauf und somit unser Trinkwasser. Wann das Filtern von Nitrat der richtige Lösungsansatz ist und welche Nachteile die geeigneten Verfahren haben wird im nachfolgenden dargelegt.

Warum kann Nitrat in unserem Leitungswasser vorkommen?

Nitrat und Nitrit sind Teil des natürlichen Stickstoffkreislaufes und kommen daher grundsätzlich in Pflanzen und Wasser vor. Stickstoff ist als Nährstoff für das Wachstum von Pflanzen unentbehrlich.

Die besonders hohe Aufmerksamkeit von Nitrat im Trinkwasser liegt an seiner Funktion als Indikator für die Belastung von Gewässern durch Dünge- und Pflanzenschutzmitteln aufgrund intensiver Landwirtschaft. Weitere Belastungen rühren aus Abwässern von Haushalten und von Abwässern aus der Industrie (u.a. Tierhaltungsbetriebe und Nahrungs- und Genussmittelindustrie) [1].

Die jeweiligen regionalen Stadtwerke sind verpflichtet beide Stoffe im Rahmen ihrer Grenzwerte aus dem Wasser zu filtern. Die Grenzwerte von Nitrat und Nitrit sind in der Trinkwasserverordnung mit 50 mg/l bzw. 0,5 mg/l geregelt [2].

Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Nitrat sinnvoll?

Trotz europaweiter Programme zur Reduktion und Initiativen wie der Nitrat-Richtlinie von 1990 stellt die Landwirtschaft nach wie vor mehr als 50% des gesamten Stickstoffeintrags in alle Oberflächengewässer dar [3]. Dieser Umstand sorgt vielerorts für erhöhte Nitratwerte nahe oder oberhalb der Grenzwerte. Nitrat und Nitrit werden zwar vorrangig durch die Nahrung (z.B. Gemüse und gepökeltes Fleisch) aufgenommen, durch das Trinken von Wasser wird diese allerdings unnötig erhöht.

Für erwachsene Menschen wird Nitrat als wenig gesundheitsgefährdend gesehen, allerdings kann das Filtern von Nitrat aus gesundheitlichen Gründen für bestimmte Risikogruppen sinnvoll sein [4]. Denn Nitrat kann sich schon im Mund zum toxischen Nitrit durch mikrobielle Reduktion wandeln, was wiederum erhöhte Risiken für Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Magen-Darm-Patienten aufgrund einer Störung der Sauerstofftransportkapazität des Blutes bedeuten kann. Ferner können sich aus Nitrit krebserregende Nitrosamin-Verbindungen bilden [1].

Darüber hinaus kann Nitrat in Fällen von Jodmangel diesen verstärken, da es wichtige Transportmechanismen von Jodid im menschlichen Körper blockieren kann [1].

Welche Möglichkeiten gibt es um Nitrat zu filtern?

In der industriellen Abwasseraufbereitung wird Nitrat u.a. mittels Elektrodialyse gefiltert. In einem elektrochemischen Prozess der Trennung werden entsprechende Nitrat-Ionen (NO3-) unter Verwendung eines elektrischen Potentials durch eine Membran überführt. Im Anschluss kann eine weitere feinere Aufbereitung mittels Ionentauschers erfolgen [5].

Für den privaten Bereich bieten sich für eine Filterung von Nitrat nur relativ aufwendige Verfahren mittels Ionentauscher, Umkehrosmose oder Destillation an.

Umkehrosmose

Ursprünglich für die Meerwasseraufbereitung entwickelt, wird das Verfahren heute vielfach auch in Privathaushalten angewandt. Rein mechanisch mittels Wasserdruck werden dem Wasser fast alle gelösten und ungelösten Stoffe entnommen und somit ein sehr hoher Reinheitsgrad erreicht. Hierbei wird das Wasser durch eine halbdurchlässige Membran mit mikroskopisch kleinen Poren gedrückt und hält somit selbst die extrem kleinen Nitratverbindungen zurück. Vorteilhaft ist der hohe Reinheitsgrad, nachteilig sind neben einem hohen Wasserverbrauch ein saures Endprodukt ohne Mineralien [6].

Dampfdestillation

Durch Strom wird eine Wasserverdampfung erzeugt, welche durch anschließende Abkühlung zur Kondensation von sauberem Wasser führt. Dies simuliert das Reinigungsverfahren der Natur. Auch hier wird der Großteil aller Schadstoffe und Mineralien dem Wasser entnommen. Vorteil des Verfahrens ist der sehr hohe Reinheitsgrad und die zuverlässige Entfernung von Nitrat. Nachteile sind u.a. ein hoher Stromverbrauch und ebenso ein saures Wasser aufgrund eines pH-Wertes von ca. 4 und jedweder Mineralien [6].

Ionentauscher

Auch können spezielle Systeme zur Denitrifikation als zentrale Hausanlagen verwendet werden. Meist als Kationen-Austauscher zur Reduktion von Kalk als Enthärtungsanlagen bekannt, gibt es sie auch als Anionen-Austauscher um Nitrat zu entfernen. Ein Ionentauscher ist kein Wasserfilter im eigentlichen Sinn, denn im Wasser wird nur mittels Ionentauscher-Granulat gezielt ein bestimmtes Ion (z.B. Nitrat) durch ein anderes Ion (meist Natrium) getauscht. Neben dem gewünschten Effekt des gezielten Entfernens haben derartige Geräte diverse Nachteile. Neben hohem Wartungsaufwand und Kosten enthält das getauschte Wasser sehr hohe Natriumwerte [6].

Aktivkohle-Blockfilter können gelöste Salze wie Nitrat nicht entnehmen. Grundsätzlich ist Nitrat innerhalb der Grenzwerte aber kein Grund für eine übertriebene Reaktion schließlich nehmen wir den größeren Teil der Stoffe Nitrat, Nitrit und Nitrosamine durch viele Lebensmittel zu uns.

Alvitos Stellungnahme hierzu können Sie unter diesem Link lesen.

  1. Mulisch, Hans-Martin: Ressource Trinkwasser. Wissen was wir trinken. München: oekom (2014)
  2. Bundesbehörden (2016): „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)“. URL: http://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/anlage_2.html (14.12.2016).
  3. Europäische Union (2010) “Die Nitrat-Richtlinie der EU”. URL: http://ec.europa.eu/environment/pubs/pdf/factsheets/nitrates/de.pdf (14.12.16)
  4. Dr. Hans Lepper, Dr. Uwe Lessig (2012). Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: “Nitrat im Trinkwasser”. URL: https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/warengruppen/wc_59_trinkwasser/et_trinkwasser_nitrat.htm (14.12.16)
  5. Schweizer Bundesamt für Gesundheit (2010): „Anerkannte Aufbereitungsverfahren für Trinkwasser“. URL: https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/lebensmittelsicherheit/verantwortlichkeiten/anerkannte-aufbereitungsverfahren-trinkwasser.pdf (14.12.16)
  6. Hendel, Barbara: Wasser vom Reinsten. So optimieren Sie Ihr Leitungswasser. Herrsching: INA Verlag (2002)

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