Hormone filtern

Final Check offen

Aufgrund hoher Standards sind die Wasserwerke in Deutschland verpflichtet, eine gewisse Qualität des Trinkwassers sicherzustellen. Doch leider gibt es für viele Stoffe wie Hormone gar keine Standards und regelmäßige Kontrollen. Zusätzlich lassen sich viele Hormone jedoch nur schwer abbauen, bleiben im Wasserkreislauf und gelangen so im Trinkwasser wieder in die Haushalte. Im Folgenden sollen die Gründe für Hormone im Trinkwasser, die Auswirkungen und die Filtermöglichkeiten näher in den Blick genommen werden [1].

Warum können Hormone oder Östrogene in unserem Leitungswasser vorkommen?

Es gibt zwei Hauptursachen, durch die Hormone und Östrogene in das Trinkwasser gelangen können. Einerseits werden in vielen Haushalten abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel einfach über das Abwasser entsorgt. Auf der anderen Seite ist die Antibabypille als Ursache zu nennen. Ein Großteil der deutschen Frauen nutzt diese Verhütungsmethode, jedoch kann der weibliche Körper nicht alle in der Pille enthaltenen Hormone aufnehmen und scheidet diese über den Urin wieder aus. Je nach Körper und Dosierung kann ein Teil der Wirkstoffe des Präparats wieder abgegeben werden. Die Substanzen gelangen dann problemlos ins Leitungswasser. Hauptverursacher eines hohen Hormongehalts im Wasser sind folglich nicht, wie anzunehmen, die Krankenhäuser und Praxen, sondern die privaten Haushalte [2][7][4].

Trinkwasser schützen

Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Hormone sinnvoll?

Es wird vermutet, dass eine hohe Konzentration von Hormonen und Östrogenen im Trinkwasser gesundheitliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann. Auch die Langzeitfolgen eines steigenden Östrogenpegels auf den Menschen sind weitestgehend unerforscht.

Vielleicht fragen Sie sich, warum die Hormone und Östrogene nicht einfach durch die Wasseraufbereitungsanlagen herausgefiltert werden. Doch genau hier liegt die Schwierigkeit. Viele der Kläranlagen wurden in einer Zeit gebaut, in der man sich über Hormone und insbesondere Östrogene im Trinkwasser noch nicht im Klaren war. Durch modernste Analyseverfahren ist man zwar heutzutage in der Lage, geringste Mengen an Hormonen im Wasser zu erkennen. Es fehlt jedoch an Geld, um die Anlagen entsprechend aufzurüsten. Deshalb ist es sinnvoll, spezielle Wasserfilter einzusetzen, die diese Rückstände aus dem Wasser filtern [7].

Welche Filtermöglichkeiten gibt es und welche ist die Richtige für Sie?

Neben der Reinigung des Wassers in den Klärwerken existieren verschiedene Filtermöglichkeiten für den privaten Gebrauch. Unter die wichtigsten Aufbereitungsverfahren fällt der Aktivkohle-Blockfilter, der teils um eine zusätzliche Membran ergänzt wird. Weitere Verfahren umfassen die Umkehrosmose und Destillation. Bei der Frage nach der geeigneten Filtrationsmöglichkeit für Hormone oder Östrogene ist es wichtig, einen Überblick über die Funktionsweise der einzelnen Technologien zu geben. Im Folgenden wird das jeweilige Prinzip der drei Filtermöglichkeiten erklärt und aufgeschlüsselt, ob und inwiefern sie Hormone aus dem Trinkwasser filtern können.

Aktivkohle-Blockfilter

Filtersysteme mit Aktivkohle gibt es zumeist als Auftisch-, aber auch Untertischausführungen. Diese Aktivkohlefilter arbeiten nicht nur nach dem Prinzip eines Siebes mechanisch, sondern können auch im Trinkwasser gelöste Schadstoffe adsorbieren (auf ihrer Oberfläche wie ein Magnet festhalten). Dieser Effekt sorgt für die zuverlässige Entnahme von Medikamentenrückständen und Hormonen.

Diese Systeme sind vergleichsweise kostengünstig in der Anschaffung und sind einfach zu benutzen. Wichtig zu beachten ist, dass der Aktivkohle-Blockfilter circa alle sechs Monate ausgetauscht werden sollte, da die Adsorptionsfähigkeit im Laufe der Zeit abnimmt und sich überdies Bakterien ansiedeln können. Dies lässt sich jedoch ohne fachliche Hilfe einfach durchführen [6].

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Umkehrosmose

Mit der Umkehr-Osmose wurde ursprünglich Salz aus Meerwasser entfernt. Gearbeitet wird bei diesem Verfahren mit Wasserdruck, der die Flüssigkeit durch die halbdurchlässige, mit kleinen Poren durchzogene Membran drückt. Deshalb wird diese Methode mit Leitungsdruck angewendet und das Gerät wird meist am Hausanschluss angebracht. Durch diese mechanische Filterung werden ungelöste als auch gelöste Stoffe aus dem Wasser entfernt. Medikamentenrückstände wie Hormone können auf diese Weise sicher entfernt werden, da sie die Membran im Gegensatz zu den sehr kleinen Wassermolekülen nicht durchdringen können. Sie verbleiben stattdessen vor der Membran und werden dann weggespült. Nachteile dieses Verfahrens sind der zumeist hohe Wasserverbrauch und die Filtrierung wichtiger Mineralien. Letztere können nach Filterung des Trinkwassers diesem allerdings wieder zugesetzt werden [3].

Destillation

Bei der Dampfdestillation werden die Schadstoffe mittels Kondensation vom Wasser getrennt. Die Flüssigkeit verdampft und steigt nach oben, während die Schadstoffe am Boden des Behälters verbleiben. Danach kühlt das Wasser wieder ab und tropft in den Vorratsbehälter. Durch die Kondensation werden Medikamentenrückstände aus dem Wasser sehr zuverlässig entfernt. Allerdings werden auch Mineralien gefiltert, wodurch der Geschmack des Wassers unter Umständen der Gewöhnung bedarf. Da das Gerät per Strom betrieben wird, fallen zusätzlich zur Anschaffung außerdem auch Stromkosten an. Zudem muss der Behälter nach Gebrauch immer gründlich gereinigt werden [6].

  1. Güster, Anne (2016): „Kann man Leitungswasser in Deutschland bedenkenlos trinken?“. URL: https://utopia.de/ratgeber/kann-man-leitungswasser-deutschland-wirklich-trinken/ (17.10.2016)
  2. Drösser, Christoph(2008): „Unbedenkliches Wasser“. URL: http://www.zeit.de/2008/18/Stimmts-Hormone (17.10.2016)
  3. Unbekannt (o.A.): „Wasserfilter gegen Medikamente“ URL: http://www.wasserfilter-trinkwasserfilter.de/schadstoffe/wasserfilter-medikamente/ (27.02.2017)
  4. Löwer, Chris (2004): „Medikamenten-Cocktail im Trinkwasser“. URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/chemie-medikamenten-cocktail-im-trinkwasser-a-314868.html (17.10.2016)
  5. Universität Bielefeld (2012): „Studierende der Universität Bielefeld nehmen am iGEM-Wettbewerb teil“. URL: http://ekvv.uni-bielefeld.de/blog/uniaktuell/entry/%C3%B6strogen_aus_trinkwasser_entfernen (17.10.2016)
  6. Hendel, Barbara: Wasser vom Reinsten. So optimieren Sie Ihr Leitungswasser. Herrsching: INA Verlag (2002).
  7. Rögner, Wiebke (2014) „Antibabypille im Fluss“. URL: http://www.sueddeutsche.de/wissen/wasserverschmutzung-antibabypille-im-fluss-1.1381340 (17.10.2016)

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"Wasserhelden.Net" - Redaktion

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