Ist ein Hauswasserfilter sinnvoll?

Final Check offen

Zusätzliche Hauswasserfilter hinter der Hausinstallation mit dem vorgeschriebenen Filtersystem erzielen besonders bei der Entfernung von Kalk gute Erfolge. Um ihre Funktionsfähigkeit gewährleisten zu können, müssen sie allerdings korrekt installiert und gewartet werden. Doch was leisten diese Systeme wirklich? Welche Vorschriften sind zu beachten? Im Folgenden finden Sie die Antworten.

Viele Menschen kennen das Problem: Lagert sich im Wasserkocher regelmäßig Kalk ab, sind entsprechende Ärgernisse auch im Bad zu erwarten und das Waschmittel muss in der Regel hoch dosiert werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Kleinere Filtersysteme für einen einzigen Wasserhahn im Haus geraten da schnell an ihre Grenzen. Weniger bekannt sind hingegen die Möglichkeiten, das Leitungswasser zentral aufzubereiten: Direkt hinter dem vorgeschriebenen Wasserfilter an der Hausinstallation können zusätzliche Filter montiert werden.

Welche Vorschriften gibt es bezüglich Hauswasserfilter?

Auf den ersten Blick scheint die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Hauswasserfilters leicht zu beantworten: Der Gesetzgeber erachtet den Einbau eines zentralen Filtersystems am Hausanschluss für notwendig und schreibt die Montage direkt hinter dem Wasserzähler zumindest bei metallischen Rohren im Rahmen der DIN-Norm EN 806 zwingend vor.

Bei Kunststoffrohren wird die Installation ausdrücklich empfohlen. Der Grund für diese Vorschrift ergibt sich aus den möglichen Verschmutzungen des Trinkwassers, die vom Wasserwerk bis zum Hausanschluss entstehen können. Durch die Weiterleitung im Rohrnetz können etwa Sand- und Rostteilchen ins Wasser gelangen, die von den Filtern entfernt werden. Alle verwendeten Filter müssen grundsätzlich ein offizielles Prüfsiegel tragen [1] [2] [3].

Die in diesem Zusammenhang verwendeten Systeme dienen jedoch hauptsächlich der Filterung der genannten Fremdstoffe und entfernen keine anderen unerwünschten Stoffe wie beispielsweise Kalk aus dem Wasser.

Für gängige laut DIN vorgeschriebene Hauswasserfilter wird zwischen rückspülbaren und nicht-rücksspülbaren Varianten unterschieden. Mehr zu diesen können Sie hier nachlesen. Der Rest dieses Beitrags soll sich vielmehr um Hauswasser-Filteranlagen größerer Dimensionierung beschäftigen.

Was unterscheidet Wasserfilter in der Haustechnik und Trinkwasserfiltersysteme?

Möchten Sie Ihr Wasser hingegen zusätzlich aufbereiten und beispielsweise gegen die oben genannten unerwünschten Kalkablagerungen vorgehen, können Sie zu diesem Zweck zusätzliche Filteranlagen einsetzen. Unterscheiden lassen sich dabei grundsätzlich Filtersysteme, die nur an einzelnen Wasseranschlüssen im Haus, häufig in der Küche, installiert werden und zentrale Filteranlagen, die nach der Hausinstallation montiert werden und das gesamte Wasser des Hauses filtern. Ist eine Anlage der zweiten Kategorie montiert, erhalten Sie im ganzen Haus gefiltertes Wasser – von der Küche bis zur WC-Spülung. Die erste Kategorie zielt dagegen darauf ab, Schadstoffe wie Arzneimittelrückstände und giftige Schwermetalle zu entfernen.

Welche Leistungen bieten spezielle Hauswasserfilter?

Der häufigste Grund, sich für eine zentrale Wasseraufbereitung zu entscheiden, ist ein unerwünscht hoher Kalkgehalt des Wassers, der sich an Ablagerungen auf diversen Haushaltsgeräten unangenehm bemerkbar macht und deren schnellen Verschleiß befördert. Die Entfernung der für den Körper nicht schädlichen Erdalkaliionen Calcium und Magnesium im Wasser, die für die Kalkbildung verantwortlich sind, wird von behördlicher Seite nicht für zwingend notwendig erachtet und daher in Wasserwerken nicht durchgeführt.

Im privaten Haushalt lässt sich mit einem Hauseingangsfilter dagegen zuverlässig gegen den Kalk vorgehen [6]. Andere mögliche Einsatzgebiete von Wasserfiltern am zentralen Anschluss sind unter anderem die Entfernung von Chlor und organischen Partikeln. Spezielle Filtersysteme entfernen auch diese Stoffe zentral aus dem Wasser und gewährleisten, dass Sie im gesamten Haus auf entsprechend gefiltertes Wasser zugreifen können [5].

Wie funktionieren Filter zur Entfernung von Kalk?

Die am meisten verwendete Wasserenthärtungsmethode basiert auf dem so bezeichneten Ionentausch. Bei der Aufbereitung des Wassers mit diesem Verfahren werden Calcium und Magnesium im Wasser durch Natrium ersetzt.

In der Folge steigt der Natriumgehalt des Wassers an, was sich wahrscheinlich geschmacklich nicht auswirkt, allerdings dazu führen kann das der vorgeschriebene Grenzwert für Natrium (200mg/l laut Trinkwasserverordnung) überschritten wird. Denn pro getauschtem Härtegrad gibt ein Ionentauscher um die 8mg Natrium pro Liter an das Wasser ab [8]. Größter Nachteil eine Wasserenthärtungsanlage auf Basis des Ionentauschs ist die kontinuierliche Kontrolle und Wartung. Denn je nach Zusammensetzung des Wassers, kann das Tauschgranulat schneller oder langsamer erschöpfen, so dass der nächste Zeitpunkt der Wartung schwer abzuschätzen ist.

Andere Möglichkeiten, dem Verkalken von Rohren und Geräten vorzubeugen, sind unter anderem das Hinzufügen von bestimmten Stoffen, die die Entstehung von Calciumcarbonat verhindern, die Nanofiltration, die Elektrolyse, Magnet- oder Elektrofeldsysteme oder die Biomineralisierung, bei der sich Kalkstaub an der Oberfläche absetzt und leicht entfernt werden kann [6][8].

Wo liegen die Vorteile der zusätzlichen Filterung?

Die Vorzüge der Verwendung eines zusätzlichen Hauswasserfilters ergeben sich stets in Abhängigkeit vom konkret verwendeten Modell. Haben Sie in mehreren Räumen, klassischerweise in der Küche und im Bad, mit Kalkablagerungen zu kämpfen, so erscheint die zentrale Kalkfilterung durchaus sinnvoll. Auch wenn Sie besonderen Wert auf außergewöhnlich reines Wasser zum Trinken, Kochen, Duschen und Waschen legen, lohnt es sich, über die Anschaffung eines geeigneten Filters nachzudenken. Mit einem geeigneten Kalkfilter können Sie auf dieser Basis langfristig Ihre Leitungen und Rohre schützen [5] [6].

Welche Nachteile sind zu berücksichtigen?

Grundsätzlich ist beim Einbau eines Hauseingangsfilters zu bedenken, das tatsächlich das gesamte Wasser des Haushalts zusätzlich aufbereitet wird. Ob dies beispielsweise für die WC-Spülung notwendig ist, erscheint dabei fraglich. Zu bedenken sind darüber hinaus die je nach Wasserfilter recht hohen Anschaffungskosten und nicht zuletzt der erforderliche Installations- und Wartungsaufwand. Hauswasserfilter müssen vom Fachmann montiert, regelmäßig kontrolliert und in bestimmten Abständen gewartet werden, um nicht unbeabsichtigterweise zur Keimschleuder zu werden [4][6] [7].

Bei einer Entkalkungsanlage ist nicht nur die Wartung wie bereits erwähnt aufwendig und wichtig, auch ist die Tatsache, dass das Wasser aufgrund der Entnahme von Calciumkarbonat aggressiv wird (der pH-Wert wird leicht sauer) eine nicht zu verachtende Eigenschaft. Dies ist auf das nicht mehr im Gleichgewicht befindliche Kalk/Kohlensäure-Verhältnis zurückzuführen. Das aufbereitete Wasser kann somit über die Zeit die Leitungsrohre angreifen (insb. verzinkte oder Kunststoffrohre) und die Qualität als Trinkwasser reduziert sich ebenfalls.

Oftmals vergessen wird die Tatsache das eine Wasserenthärtungsanlage keine weiteren Schadstoffe wie giftige Schwermetalle, Pestizide oder Rückstände von Arzneimittel entnimmt und somit für die Herstellung von optimalem Trinkwasser nicht geeignet sind. Benötigen Sie nur in der Küche speziell gefiltertes Wasser und möchten Sie neben Kalk noch weitere Stoffe zuverlässig entfernen, sind oftmals Wasserfilter für ausgewählte Anschlüsse die bessere Wahl. Hier werden häufig Umkehrosmoseanlagen oder hochwertige Aktivkohle-Blockfilter eingesetzt, die besonders viele potenziell schädliche Stoffe herausfiltern können.

Fazit

Ob ein Hauswasserfilter in Form einer zentralen Wasseraufbereitungsanlage nun sinnvoll ist hängt davon ab, wie wichtig Ihnen u.a. Kalk bzw. dessen Entfernung ist. Sollten Sie gerne Leitungswasser konsumieren, dann ist ein Wasserfilter direkt am Entnahmepunkt (der Spüle in der Küche) für optimales Trinkwasser die sinnvollere Anschaffung. Mittels spezieller Kalkschutz-Aktivkohleblockfilter lässt sich der Kalkgehalt für eine Tasse Tee auch ohne Chemie reduzieren. Eine einfache aber effektive Möglichkeit stellen auch anwendungsbasierte Bellima Wasserfächer dar.

Bei besonders chlorhaltigem Wasser wie es oft in Südeuropäischen Ländern der Fall ist, bietet die Firma Carbonit den QUADRO an. Ein auf hohen Durchfluss ausgelegtes Hauswasser-Filtersystem mit speziellen Aktivkohle-Blockfiltern. Bei Interesse können Sie uns hierzu gerne anschreiben.

  1. Bundesbehörden (2016): Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001). URL: https://www.gesetze-iminternet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html (27.03.2017)
  2. Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde (2009): Wasserfilter in der Hausinstallation. URL: http://www.zwa-eberswalde.de/index.php?article_id=214 (27.03.2017)
  3. ikz Praxis (2001): Filterung von Trinkwasser im Ein- und Mehrfamilienhaus. URL: http://www.ikz.de/ikz-praxis-archiv/p0110/011004.php (27.03.2017)
  4. Hendel, Barbara (2002): Wasser vom Reinsten. So optimieren Sie Ihr Leitungswasser. Herrsching: INA Verlag
  5. CARBONIT Filtertechnik GmbH (2017): QUADRO 60/120 R/L. URL: http://www.carbonit.com/produkte/filtergeraete/hauswassereingangsfilter-quadro/hauswassereingangsfilter-quadro (27.03.2017)
  6. Schmitzek, Jörg (2008): Die Kalkfibel. URL: http://www.carbonit.com/images/stories/werbemittel/Broschuere-Kalkfibel/101339-D01.pdf (27.03.2017)
  7. Alvito GmbH (2017): Produktinformationen. URL: https://alvito.com/de/faq/besseres-wasser/filtereinsaetze/produktinformationen/ (27.03.2017)
  8. GAWU mbH (2014): FAQ Enthärtung mit Ionentausch. URL http://www.wasseraufbereitungsseiten.de/enthaertung_faq.htm (27.03.2017)

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