für Babys abgekochtes Wasser verwenden

Final Check offen

Gerade bei der Versorgung der Kleinsten sind Eltern auf alles bedacht. Da ist die Ernährung natürlich keine Ausnahme. Aber müssen Sie das Wasser zur Zubereitung der Babynahrung tatsächlich abkochen, und wenn ja, warum und wie lange? Diese Fragen und weitere werden in diesem Artikel geklärt.

Da der Organismus in den ersten Lebensmonaten besonders empfindlich ist, müssen insbesondere Säuglinge in einem hohen Maß vor Bakterien geschützt werden. Noch mehr Vorsicht ist bei gerade Neugeborenen erforderlich. Für ein Baby bedeutet nicht abgekochtes Wasser ein Risiko, da nicht sichergestellt werden kann, welche Keime und Krankheitserreger oder anderen Bestandteile im Wasser enthalten sind. Daher sollten Sie sich bewusst sein, wann und wie lange Sie das Wasser für die Nahrung Ihres Babys abkochen sollten.

Warum sollte man das Wasser für Babys abkochen?

Sowohl Leitungs- als auch Mineralwasser müssen zur Zubereitung von Babynahrung abgekocht werden. Diese müssen nämlich keimfrei gemacht werden, da im Wasser befindliche Keime zu Magen- Darmbeschwerden führen können. Auf dem Milchpulver vermehren sich Keime außerdem besonders schnell.

Außerdem sind nicht alle Wasser für das Abkochen geeignet. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen sind die Organe des Babys noch sehr empfindlich und können daher viele Stoffe nicht verarbeiten. Hierzu zählen beispielsweise auch die Mineralien aus Natürlichem Mineralwasser. Natriumarmes Mineralwasser, das zur Zubereitung von Babynahrung ausgewiesen ist, kann jedoch zum Abkochen verwendet werden [1].

Wann kann Leitungswasser verwendet werden?

Damit man Leitungswasser zur Zubereitung von Babynahrung verwenden kann, muss auch dieses bestimmten Anforderungen entsprechen. So darf es beispielsweise bestimmte Werte nicht überschreiten. Es ist unter anderem wichtig, dass ein gewisser Nitratwert, nämlich weniger als 10 mg pro Liter, eingehalten wird, da dieser Stoff schädlich auf Kinder wirkt. Ebenfalls der Natriumwert muss bei unter 20 mg pro Liter liegen [1].

Selbst wenn das Leitungswasser erfolgreich abgekocht wurde, heißt das leider nicht, dass keine anderen Schadstoffe im Trinkwasser mehr enthalten sind. So stellt die Trinkwasserverordnung zwar Grenzwerte auf, aber viele Stoffe wie Arzneimittelrückstände werden dort gar nicht berücksichtigt. Um diesen Schadstoffen vorzubeugen, empfiehlt sich zusätzlich eine Filterung des Trinkwassers durch professionelle Filter. [2] Zudem sollte das Wasser nicht aus Kupferrohrleitungen stammen, sofern dieses von bestimmten Härtegraden und pH-Werten abweicht. Wichtig ist auch, dass es sich nicht um abgestandenes Wasser handelt, sondern die Leitung zuvor einmal freigespült und frisches Leitungswasser entnommen wird [3].

Trinkwasser schützen

Was muss beim Abkochen beachtet werden?

Wenn es schnell gehen muss, besteht auch die Möglichkeit, Wasser bereits für einen gesamten Tag vorweg abzukochen. Doch wie lange hält der hygienische Zustand des Trinkwassers?

Nach Umfüllung in eine – rein für diesen Zweck angeschaffte – neue Thermoskanne ist das abgekochte Wasser bis zu 24 Stunden verwendbar, solange diese Kanne nur für Säuglingsnahrung verwendet wird. Doch bedenken Sie: Auch die Thermoskanne muss sorgfältig gereinigt und nach dem Gebrauch ausgekocht werden. Da das Wasser 2-3 Minuten sprudelnd kochen sollte, um Keime effektiv abzutöten, empfiehlt sich das Aufkochen im Topf, da der Wasserkocher das Trinkwasser nicht lange abkochen kann. Vor allem kalkhaltiges Wasser sollte sogar 5 Minuten aufgekocht werden. Prinzipiell sollte das Leitungswasser nur rund ein halbes Jahr für Säuglinge abgekocht werden, da es auch wichtig ist, die Immunabwehr des Kindes zu fördern. Mineralwasser muss hingegen jederzeit gekocht werden [2].

Wussten Sie es? Das abgekochte Wasser sollte spätestens nach 24h nicht mehr verwendet werden bzw. erneut abgekocht werden!

Welche Alternativen zum abgekochten Wasser gibt es?

Wer das Abkochen von Wasser als zu aufwendig empfindet, kann sich einiger Alternativen bedienen, um trotzdem eine höchstmögliche Sicherheit für die eigenen Kinder gewährleisten zu können. Dazu gehört der Kauf von speziellem Babywasser. Diese Wassersorten haben einen besonders niedrigen Nitratwert und wurden speziell gereinigt. Ist die Flasche jedoch einmal angebrochen, ist auch dieses Wasser nur noch 24 Stunden haltbar [1].

Fazit

Durch die noch nicht ausgereiften Immunsysteme und die spezielle Milchnahrung, die einen guten Nährboden für Keime und Bakterien darstellt, besteht für kleine Kinder eine besonders hohe Gefahr, durch die Keime und Schadstoffe aus dem Leitungswasser belastet zu werden. Daher wird das Abkochen von Wasser in diesem Fall ausdrücklich empfohlen. Dabei werden zwar nicht alle Bakterien getötet, jedoch auf ein Minimum reduziert.

Bei den weiteren Schadstoffen im Leitungswasser können professionelle Wasserfilter zusätzlich Abhilfe schaffen. Führen sie sich außerdem vor Augen, dass Mineralwasser keine bessere Alternative zu Leitungswasser ist. Hier liegen die Grenzwerte bedeutend höher als sie in der Trinkwasserverordnung festgelegt sind. Auch hormonähnliche Stoffe und Weichmacher können die Gesundheit Ihres Kindes beeinträchtigen.

  1. mamiweb (2016): „Das Wasser fürs Baby: Das solltest Du wissen“. URL: http://www.mamiweb.de/familie/das-wasser-fuers-baby-das-solltest-du-wissen/1 [01.03.2017].
  2. T-Online Ratgeber (2015): „Babywasser oder Leitungswasser: Das richtige Wasser fürs Baby“. URL: http://www.t-online.de/ratgeber/familie/baby/id_46213622/babywasser-oder-leitungswasser-das-richtige-wasser-fuers-baby.html [01.03.2017].
  3. Nestlé Ernährungsstudio (2013): „Ernährung – Gute Hygiene ist ein Muss“. URL: https://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/kindundfamilie/babys/ernaehrunghygiene.htm [01.03.2017].

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